Schlagwort-Archive: Mainstream-Medien

Zur Wissenschaftskritik – was früher Ketzerei war, ist heute die Verschwörungstheorie

Ein Grundsatzessay zur Kritik und den blinden Flecken der Gegenwartswissenschaft

Einführung in die Grundthemen der Grenzwissenschaft

„Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, daß ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, daß ihre Gegner allmählich aussterben und daß die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist.“ (Quelle)

Mit diesem Zitat* beschreibt der Physiker und Begründer der Quantenphysik Max Planck den systematischen, sich durch die Historie des Menschen ziehenden Zustand einer jeden Wissenschaft. Wissenschaft ist, in aller Kürze, die exakte Beobachtung. Wer aber in tradierten Perspektiven unter grundsätzlichem Ausschluss dem Zeitgeist widersprechender Schlussfolgerungen „beobachtet“, verliert den notwendigen Grad an Exaktheit, der zur Erfassung neuer, wissenschaftlicher Wahrheiten unerlässlich ist. Wenn wir nun also die Beobachtung der Wissenschaft beobachten, dann lässt sich feststellen, dass dieser Mechanismus als historisches Gesetz damals wie heute ungebrochen scheint.

Dies soll deshalb die Leitthese der nachfolgend essayistischen Untersuchung sein, nämlich:

Seit Anbeginn staatlicher Herrschaft, und damit der Unterjochung einer Mehrheit durch eine Minderheit, irrt die Mehrheit der Akteure jedweder Gesellschaftsorgane Kopf an Kopf ziellos als Masse umher, während bahnbrechend-revolutionärer Fortschritt und der damit einhergehende Paradigmenwechsel meistens nur von einer kleinen, progressiven Minderheit ausgeht – die häufig aufgrund ihrer Unkonventionalität anfangs noch Ignoranz, Spott oder gar Verfolgung durch Gesellschaft und etablierter Elite (Politik, Wissenschaft, Kirche u.ä. Institutionen) erfährt, später jedoch (meist posthum) in ihrer Genialität (an)erkannt werden.

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Auch wenn es die Gegenwartswissenschaft nicht wahrhaben will: Diese historische Gesetzmäßigkeit des regelmäßig verschleppten Paradigmenwechsels hat selbst heute ihre Gültigkeit nicht verloren. Schauen wir also, wie es sich damit im Detail verhält; wer und was heute wie damals verachtet wurde, welche Wissensfelder trotz hoher Relevanz und Plausibilität weder im wissenschaftlichen, noch im gesellschaftlichen Diskurs Einzug finden – weil dem herrschenden Legitimationsnarrativ teils fundamental widersprechend. Diese Widerspruch erhebenden Elemente waren einst die Ketzer, heute fallen sie unter den von der CIA nach der Ermordung Kennedys als Kampfbegriff breitenmedial eingeführten Terminus „Verschwörungstheoretiker“ und werden damit ebenso diskussionslos wie einst ketzerische Überlegungen von allen Teilen der Gesellschaft geächtet.

Seit dem Beginn der geschriebenen Zivilisationsgeschichte zieht sich also ein bestimmtes Merkmal als historische Konstante durch die Weltgeschichte: Das Begreifen der stattfindenden Tatsächlichkeit durch eine Minderheit, deren progressive Erkenntnisse anfänglich meist von einer überwältigenden – immer die Herrschenden einschließenden – Mehrheit negiert, tabuisiert oder gar verfolgt werden. Analog zur „political correctness“ ließe sich dieses Prinzip mitunter auch als „scientific correctness“ bezeichnen.

Dies sollen folgend einige historische Beispiele verdeutlichen, ehe anschließend die gegenwärtig ver- wie missachteten Themenkomplexe der Mainstreamwissenschaft als Grundpfeiler der „Grenzwissenschaften“ ausführlich dargestellt werden.

* zu diesem Planck-Zitat fand erst kürzlich eine Studie heraus: es trifft wohl zu!

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„WikiScanner“ deckt auf: systematische Manipulation bei Wikipedia-Artikeln durch Lobbyisten

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Wikipedia im Ziel der Lobbyisten: „WikiScanner“ belegt Manipulation

Update Dezember 2015: Unbedingt die neu erschienene Dokumentation mit Namen „Die dunkle Seite der Wikipedia“ von Markus Fiedler ansehen, in der die vorsätzliche Manipulation unbequemer Themen (hier 911) durch immer dieselben Autoren nachgewiesen wird.


Die Software „WikiScanner“ launchte 2007 und erlaubt(e) es, die genauen Änderungsschritte bei Wikipedia-Artikeln durch IP-Adressen systematisch darzustellen. Dazu wurden die unterschiedlichsten IP-Adress-Netzwerke wie Behörden, Unternehmen, Organisationen, etc. erfasst und mit den bei jeder Änderung nicht registrierter Nutzer an einem Wikipediaartikel abgespeicherten IP-Adresse abgeglichen.

Wie zu erwarten, wurde bei vielen den entsprechenden Netzwerken zugehörigen Artikeln von bspw. RWE, BMW, Scientolgy, Bundestag, Spiegel, Axel Springer, etc. teils SYSTEM(AT)ISCH beschönt, verschleiert, entfernt, beworben oder gleich die Konkurrenz denunziert. Weiterlesen

Das Bilderberg-Treffen 2015 im Spiegel der Medien

Bilderberg 2015

Update: neue Bilderberg-Studie besagt, dass 46% der deutschen Politologen noch nie davon gehört haben!

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Dass der G7-Gipfel dieses Wochenende mit Kosten von 130 bis 360 Millionen Euro im bayrischen Elmau stattfand, hat wohl auch der letzte Lemming durch die ausgiebige Berichterstattung mitbekommen. Was viele aber nicht wissen, ist, dass im Anschluss daran in dieser Woche das sogenannte „Bilderberg-Treffen“ nur 30 Kilometer südlich davon in Österreich (Telfs-Buchen) stattfindet. Bei der Bilderberg-Konferenz 2015 nehmen laut Ladungsliste der offiziellen Bilderberg-Webseite folgende acht Personen aus Deutschland teil:

  1. Achleitner, Paul M. – Chairman of the Supervisory Board, Deutsche Bank AG
  2. Döpfner, Mathias – CEO, Axel Springer SE (Bild-Zeitung)

    Bilderberg 2015

    Nur wenige Tage nach dem diesjährigen G7-Gipfel findet das ominöse Bilderberg-Treffen in auffallend räumlicher Nähe statt…

  3. Enders, Thomas – CEO, Airbus Group
  4. Jäkel, Julia – CEO, Gruner + Jahr
  5. Kaeser, Joe – President and CEO, Siemens AG
  6. Lauk, Kurt – President, Globe Capital Partners
  7. Leyen, Ursula von der – Minister of Defence (!)
  8. Suder, Katrin – Deputy Minister of Defense

Wikipedia beschreibt diese angeblich unpolitischen Treffen mit lediglichem Kaffeekränzchen-Charakter wie folgt: „Die Bilderberg-Konferenzen sind informelle, private Treffen von einflussreichen Personen aus Wirtschaft, Militär, Politik, Medien, Hochschulen und Adel.“  (http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz ).

Man kann also sagen, dass sich hier etwa 130-150 Personen der westlichen Elite (Regierungschefs, Minister, Verlagseigner, Chefredakteure, Großkonzern- und Bankvorstände, NATO-Generäle, Hochadel etc.) hinter verschlossenen Türen einmal jährlich an wechselnden Orten und Ländern auf Teilkosten der Steuerzahler (Sicherheitspersonal, Reisekosten, ..) geheimniskrämerisch versammeln – denn von den Inhalten darf nichts nach außen dringen (wenngleich einige ihrer Sitzungsprotokolle aus den Anfangsjahren geleakt wurden, siehe unten). Wurde anfangs (Gründung 1954 im niederländischen Hotel Bilderberg) und lange Zeit danach trotz der Vielzahl teilnehmender (Polit-)Prominenz überhaupt nicht über diese Treffen berichtet, so konnte man im Zuge des Internets auch die Massenmedien dazu drängen, einige (wenige) Zeilen darüber zu schreiben.

Erst heute (8.6.2015) bspw. auf der LIVE-Pressekonferenz von Angela Merkel zu den Ergebnissen des G7-Gipfels stellte ein mutiger Journalist – vermutlich holländischer Herkunft laut Akzent – an die Kanzlerin die Frage, ob sie denn auch zum anschließenden Bilderberg-Treffen geladen wäre. Sie verneinte, antwortete gewohnt ausweichend und beendete nach dieser Frage die Pressekonferenz plötzlich. Die Live-Schaltung wurde vom Sender Phoenix ausgestrahlt und die betreffende Frage um exakt 15.28 Uhr gestellt – bisher gibt es noch keine Kopie der Konferenz in der Mediathek (Nachtrag: jetzt doch verfügbar auf Youtube, Bilderberg-Frage an Merkel ab Minute 46:45) . Es zeigt aber, dass das Thema der Bilderberg-Konferenz zunehmend im Journalismus anzukommen scheint.

Und auch sonst scheint diese ominöse Konferenz vermehrt in den medialen Fokus zu rücken – zwar noch nicht bei den Leitmedien (siehe Update), wohl aber anderen bekannten Formaten wie dem Handelsblatt und kleineren Zeitungen. Hierzu eine kleine Auflistung der Medien, die über das Bilderberg-Treffen 2015 berichtet haben:

08.06.2015 – eher kleinere Medien berichten erstmals:

Nachtrag 09.06.2015: auch Spiegel Online schreibt über die Bilderberger – so halb zumindest

Ja ist das denn zu glauben? Jahrzehnte lang hüllten sich die Leitmedien über diese Konferenz in Schweigen und nun berichtet gar der Spiegel darüber; wobei hier vielmehr der klägliche Versuch unternommen wurde, in einer unlustigen Satire die Kritik an diesem Gipfel diskussionslos als typische Verschwörungs-Spinnerei abzuwatschen.

Ein Foren-Nutzer schreibt sogar in all seiner Unwissenheit selbstbewusst wie falsch über die Bilderberg-Treffen:

Da wird nix vom Steuerzahler bezahlt! Selbst wenn da 3 Polizisten mehr stehen dann werden die nicht extra neu eingestellt sondern hätten ihr Gehalt sowieso bekommen.
Das Treffen selbst ist privat finanziert.

Soviel voller Stolz verkündete Unwahrheit tut beinahe weh – und so war jenem Systemlemming dann auch entsprechend zu antworten:

Sie sind das typische Beispiel für einen falsch aufgeklärten – also verklärten – Online-Foristen, der großspurig annimmt, die Wahrheit längst gepachtet zu haben und diese nun den achso-verrückten Kritikern in aller Erhabenheit veräußern zu können. Der Steuerzahler muss nämlich sehr wohl für einen Teil der Kosten aufkommen. Der deutsche Bundestag bspw. übernimmt die geltend gemachten Reisekosten ihrer dort geladenen MdB-Abgeordneten (Quelle: http://www.abgeordnetenwatch.de/eckart_von_klaeden-650-5605–f115466.html , der auch sonst recht interessante Einblicke aus seiner Teilnahme an diesem Konferenzformat gibt, z.B.: „Auf der Konferenz können sie [in einer nahezu einzigartigen Gesprächsatmosphäre] ungehindert und offen über aktuelle Probleme der Weltpolitik und –wirtschaft diskutieren.„)

Aber auch die Sicherheitskosten des extra abgestellten Polizeipersonals wurden offiziell mind. im Jahre 2011 in der Schweiz zur Hälfte durch den Bund getragen. (Quelle: Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz#Finanzierung unter Bezugnahme auf schweizerische Medien). Und da stehen dann auch nicht „3 Polizisten mehr“, sondern es fallen Kosten an, die man dieses Jahr in Österreich auf ca. 2,8 Millionen Euro beziffert!  (Quelle: http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4741463/BilderbergTreffen_Gegner-setzen-auf-Protestmarsch )

Es stellt sich also zunächst schon die Frage, weshalb vorgeblich rein private, apolitische Konferenzen aus öffentlichen Geldern finanziert werden (müssen)? Und als zweites stellt sich die Frage, weshalb hier viele der Foristen ihr Nichtwissen so selbstsicher wie unkritisch herausposen (müssen).

Nachtrag 10. und 11.6.
In zwei neuen Artikeln berichtet der Spiegel jetzt etwas ausgewogener und informativer über die Bilderberger:

Nachtrag ab 10.06.2015: quasi alle namhaften Medien berichten plötzlich und erstmalig in der Historie über die Bilderberger! Siehe:

Nanu, was ist denn jetzt passiert, mag man sich angesichts der plötzlich umfangreichen Berichterstattung durch die Massenmedien über das diesjährige Bilderberg-Treffen fragen – zum ersten Mal in der Geschichte der deutschsprachigen Medienlandschaft berichten in diesem Jahr quasi alle Leitmedien über dieses Treffen; ein Novum! Zwar fällt die Kritik darüber sehr verhalten aus, man gibt auch keinerlei Gründe an, weshalb nach all den Jahrzehnten erst dieses Jahr die Medien wie aus dem Nichts darüber berichten und muss auch in jedem Artikel zwanghaft einen Hinweis auf die „verrückten Verschwörungstheoretiker“ platzieren sowie die Kommentarfunktion dazu vorsichtshalber gleich deaktivieren – aber ganz offensichtlich ist hier das bisherige Gebot des (selbst?)verhängten Schweigemantels durchbrochen worden!

Literatur:

Weshalb aber die plötzliche Berichterstattung über die Bilderberger in den Massenmedien?

Vermutlich ist diese plötzliche Berichterstattung mit den nicht mehr zu leugnenden Treffen einflussreichster Kreise durch die alljährlich darüber schreibenden (Vorort-)Blogger der alternativen Medienszene zu erklären, welche die Bilderberger Jahr für Jahr in den Fokus der Öffentlichkeit zu zerren suchen; eventuell sogar als „Weisung von Oben“, um scheinbare Transparenz vorzutäuschen. Vielleicht hat man aber auch unlängst ein neues Konferenzformat einberufen oder geplant, da die Verheimlichung des Bilderberg-Formates längst aufgeflogen ist und nun eine wunderbare Tarn-Institution einer wirklich konspirativen Nachfolgetagung hergäbe – zuzutrauen ist es ihnen allemal.

Der Blogger „Freeman“ beobachtet die Berichterstattung und die Bilderberg-Treffen seit vielen Jahren teils live vor Ort und schreibt zur Kehrtwende der Medien Folgendes:

Eines können wir uns als langjährige Beobachter der Bilderberger zu Gute halten, wir haben dieses lichtscheue Gesindel in die Öffentlichkeit gezwungen. Durch unsere Berichterstattung und Veröffentlichung der Teilnehmer an Hand von Fotos mussten sie etwas an „Öffentlichkeitsarbeit“ tun. Bis vor 5 Jahren leugneten die Mainshitmedien, die Bilderberger gibt es überhaupt. Nur weil wir alternativen Medien mit Hilfe des Internet sie aus der Deckung holten und ihr Geheimtreffen publik machten, fingen sie plötzlich an eine Webseite zu führen. Die gibt es erst seit 2010. Dann haben die Bilderberger die Teilnehmerliste dort veröffentlicht, aber erst nach der Tagung. Die Themen die besprochen wurden kamen später dazu. Mittlerweile wird die Liste der Teilnehmer und was besprochen wird vorab bekannt gemacht, und jetzt ist sogar der Veranstalter selber vor Beginn des Treffens zu einem Interview bereit. Von absoluter Dunkelheit und Schweigen bis hin zu etwas Transparenz, zu dem haben wir sie gezwungen.

Damit hat er schon recht – noch vor wenigen Jahren wurden Leute, die von einem Bilderberg-Treffen gesprochen haben, als paranoide Spinner hingestellt – dieses Jahr hingegen berichtet erstmals die gesamte Presselandschaft über das Treffen.

Weitere News-Artikel darüber sind zB. durch die Google- oder bing-News-Suche zu finden: bing.com-Newssuche

Update: Freeman hat nun auch ein Antwortschreiben eines Pressesprechers von Ursula von der Leyen veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass ihre Teilnahme „dienstlich begründet“ war und die Konferenzteilnehmer generell wegen ihrer „Multiplikatorwirkung“ ausgewählt werden. Damit ahebn wir zum ersten Mal den schriftlichen Beweis, dass die Bilderberg-Konferenz sehrwohl politischen Charakter hat und die Berufstätigkeit ihrer Teilnehmer  tangiert. Zudem ist das Wort  „Multiplikatorwirkung“ äußerst aufschlussreich, da es zeigt, wie eine auf der Konferenz beschlossene Agenda durch den gesellschaftlichen Einfluss der Teilnehmer zur Umsetzung gelangen soll. Leider taugt das Schreiben nicht als verwertbare Quelle im akademischen Sinne, da es nirgends auf einer offiziellen Seite (wie beim MdB Klaeden, siehe unten) geschrieben steht. Somit würde es das Zitat auch nicht in die Wikipedia schaffen – dabei sollte es auch den letzten „Skeptikern“ die Augen öffnen.

Hier das Antwortschreiben zu von der Leyen:

Ihre Anfrage vom 13.06.2015

Sehr geehrter Herr …,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir Ihnen gern beantworten.

Die Bilderberg-Konferenz hatte in diesem Jahr einen klaren sicherheits- und verteidigungspolitischen Bezug. So wurden unter anderem die Themen NATO, mittlerer Osten, Iran, Russland sowie die europäische und amerikanische Sicherheitsstrategie behandelt. Teilnehmer an der diesjährigen Konferenz war unter anderem auch der NATO Generalsekretär Jens Stoltenberg. Die Liste aller Teilnehmer an der Bilderberg-Konferenz 2015 ist durch die Veranstalter im Internet veröffentlicht worden. Die Bundesministerin der Verteidigung hat auf Bitten des Veranstalters einen Vortrag zur europäischen Sicherheitsstrategie gehalten und an einer Paneldiskussion zum Thema teilgenommen. Die Teilnahme an der Konferenz war somit dienstlich veranlasst. Bei der dienstlich begründeten Teilnahme an einer Konferenz sind die Reisekosten durch den Bund zu tragen.

Das Treffen bietet einen sehr guten Rahmen, die deutschen sicherheitspolitischen Positionen im Rahmen eines prominent besetzten Auditoriums vornehmlich aus Europa und Nordamerika einzubringen. Die Teilnehmer der Konferenz verfügen in ihren Heimatländern über eine beachtliche Multiplikatorenwirkung in ihrem beruflichen/öffentlichen und auch persönlichen Umfeld. Informelle Treffen wie dieses sind ein wichtiger Bestandteil praktischer Politikgestaltung gerade auch in der Sicherheitspolitik. Deutschland muss auch hier seine Positionen einbringen und vertreten. Der Meinungsaustausch unter den sog. „Chatham-House-Rules“ ist dabei ein gängiges Verfahren. Es soll dazu dienen einen offenen Meinungsaustausch zu ermöglichen.

In der Hoffnung, Ihnen weitergeholfen zu haben verbleiben wir mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Hirtzel,
Sachbearbeiter

Bilderberg-Treffen im Bundestag angesprochen

Aber auch bis in den Bundestag hat es dieses Konferenzformat schon geschafft. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Reiner Brüderle konfrontierte bspw. den Grünen-Vorsitzenden Jürgen Trittin 2012 öffentlich in einer aufgezeichneten Bundestagssitzung mit dessen Teilnahme an der Bilderberg-Konferenz desselben Jahres, woraufhin Trittin sichtlich verwundert wie peinlich berührt reagierte – er verschwieg dieses Treffen selbst seinen Parteikollegen gegenüber und man nötigte ihn durch Brüderles Bloßstellung dann zu einer öffentlichen Stellungnahme.

Bilderberger im Spiegel der Wissenschaft

Wie in meinem kürzlichen Blogartikel über die Stellungnahme eines Politikwissenschaftlers zu den Bilderbergern (er hatte nie davon gehört) angekündigt, habe ich am Wochende in stundenlanger Arbeit über 150 (!) Universitätswissenschaftler aus dem Bereich der Politik separat per Mail angeschrieben und nachgefragt, ob diese denn die Bilderberger kennen und was sie davon halten; für wie plausibel sie die angeblich unpolitischen Treffen halten etc. Das Ergebnis dieser kleinen Studie wird im Laufe der nächsten Tage Wochen nach Auswertung aller Antworten hier im Blog vorgestellt. Nachtrag: Wie Heise/telepolis berichtet, hat sich sogar ein Sozialwissenschaftler in über 100 Seiten mit den Bilderbergern wissenschaftlich auseinandergesetzt.

Protokolle der Bilderberg-Konferenzen via Wikileaks zum Download

bilderberg 2015Ferner hänge ich einige geleakte Protokolle der Bilderberg-Treffen hiermit an, die man im undurchsichtigen Dickicht der Wikileaks-Plattform finden kann. Leider liegen die Protokolle teils viele Jahrzehnte zurück und sind auch nur auf Englisch einsehbar, aber sie überhaupt lesen zu dürfen, ist ein großer Fortschritt Richtung Aufklärung – schon kurios, wie die Mainstreammedien jetzt zwar plötzlich über die Bilderberger berichten, solche Dokumente aber nicht einmal erwähnen, geschweigedenn auswerten.

Hinweis: in den Bilderberg-Protokollen werden in der Regel keine Namen genannt. Stattdessen wird geschrieben, „Ein Teilnehmer aus Deutschland gab zu bedenken, …“

Bundestags-Abgeordneter von Klaeden beantwortet online Fragen zu seiner Teilnahme an den Bilderberg-Treffen 2008

Ich empfehle jedem Interessierten ohnehin, die verschiedenen Fragen der Bürger an den CDU-Bundestagsabgeordneten Eckart von Klaeden bezüglich seiner Bilderberg-Konferenz-Teilnahme 2008 auf abgeordnetenwatch.de zu lesen: http://www.abgeordnetenwatch.de/eckart_von_klaeden-650-5605–f115466.html

Alle Aussagen von ihm über die seine Teilnahme an den Bilderberg-Treffen, teils mit widersprüchlichem Charakter, seien folgend wiedergegeben, da sie nur schwer aus der Unübersichtlichkeit der 19 Seiten (!)  mit den zahlreichen anderen Fragen herauszusuchen sind. Die Namen der Fragenden wurden der Privatsphäre wegen so gut wie möglich entfernt, ebenso nicht die Bilderberger betreffenden Zusatzfragen und -antworten [in eckigen Klammern durch 3 Punkte …]. Weiterlesen

Vereitelter Terror-Anschlag bei Oberursel oder deutsche False-Flag Operation?

terror hessen wasserstoffperoxid

(Terrorpanik by „Bild.de)

Obacht! Im Hessischen Oberursel wurde nach Medienmeldungen unter Berufung auf die Funde einer polizeilichen Hausdurchsuchung angeblich ein islamistisch-terroristischer Anschlag verhindert. Was fand man?

eine funktionsfähige Rohrbombe, dazu unter anderem Bauteile eines Sturmgewehres G3, 100 Schuss Munition vom Kaliber neun Millimeter, ein Übungsgeschoss für eine Panzerfaust, drei Flaschen mit Wasserstoffperoxid, Brennspiritus.

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Obwohl die Nachrichtenportale von einem „Waffenarsenal“ sprechen, stellt sich die Sachlage deutlich anders dar: keine funktionsfähige Waffe, stattdessen „Bauteile“ ohne dazugehörige, passende Munition. Dafür aber 100 Patronen leichte 9mm-Munition, wiederum ohne dazugehörige, passende Waffe. Dann das „Übungsgeschoss für eine Panzerfaust“ – Panzerfaust klingt erstmal ganz böse nach Kriegswaffe und großer Volksgefahr. In Wirklichkeit jedoch ist ein solches Übungsgeschoss nichts weiter als angemaltes Metall ohne Sprengwirkung – eben nur zur Übung, wozu ihnen aber auch noch die Panzerfaust als solches fehlte. Solch Geschoss kann man sogar völlig legal bei egun als Deko kaufen (ohne Treibladung). Also ein recht mickriges und väööig wirkungsloses „Waffenarsenal“, was sich die „Terroristen“ da angelegt haben.

Übrigens kam man diesem „Terror-Paar“ nur auf die Schliche, weil sie angeblich in einem Baumarkt größere Mengen (die man aber gar nicht benötigt, sie unten) Wasserstoffperoxid auf falschen Namen gekauft hätten (weil namentliche Registrierung bei Großmengen erforderlich), woraufhin die Kassiererin misstrauisch wurde und die Polizei informierte, die ihrerseits dann mit der Überwachung begann und den Terror-Verdacht erhärtet sah, „als er [der Baumarktkunde] sich nahe der Strecke eines am 1. Mai stattfindenden Radrennens bewegte“. WTF?!

 Kommen wir nun zum spannenden Teil: dem Wasserstoffperoxid und der „Rohrbombe“

Kein Wort von der Polizei, worin die „Funktionsfähigkeit“ der aufgefundenen „Rohrbombe“ liegen soll – lag lediglich ein verschließbares Baumarktrohr mit gefüllten Nägeln vor oder war bereits ein Sprengsatz verbaut und wenn ja, mit welchem Sprengstoff? Denn das beschlagnahmte Wasserstoffperoxid soll ja zur Herstellung von Apex (TATP, Acetonperoxid) gedient haben:

Mit der  Chemikalie hätte sich der Sprengstoff TATP herstellen lassen, wie er des öfteren bei islamistischen Anschlägen zum Einsatz kam, sagte der Chef des Polizeipräsidiums Westhessen, Stefan Müller.

Acetonperoxid gehört allerdings zu den empfindlichsten Sprengstoffen überhaupt – schon wenige Gramm (!) nebeneinander liegend können zur spontanen Selbstdetonation führen, ebenso der Kontakt zu Metall oder zur Sonne. Nur lebensmüde Menschen würden diese Substanz in größeren Mengen herstellen – und schon gar nicht in einer „funktionsfähigen Rohrbombe“ in ihrer Wohnung lagern, da es außerdem während der Lagerung sublimiert und noch viel empfindlicher wird als ohnehin (jede Erschütterung wie das Heben oder gar Transportieren der „Rohrbombe“ würde dann zur Explosion führen).

Absolut lächerlich! Da Freunde von mir als Jugendlicher experimentell ohne Fremdgefährdung selbst Sprengstoff hergestellt haben (ja, auch Apex), weiß ich, wovon ich rede – si3 haben davon vielleicht einen halben Teelöffel einmalig zur Explosion gebracht und das war rückwirkend betrachtet schon extrem leichtsinnig. Schon bei der ersten Synthese fing das Ganze in einer riesigen Stichflamme an zu verpuffen. Aus diesem Grund stellt man in der einschlägigen „Sprengszene“ auch das etwas stabilere HMTD her. Wie der Chef des Polizeipräsidiums Westhessen also zu der Annahme kommt, Apex wäre schon desöfteren bei islamistischen Anschlägen zum Einsatz gekommen, bleibt ein Rätsel ohne Quellenbeleg – zeigt aber, wie unkritisch die Mainstreammedien jegliche Behördenaussage schlucken.

Wenn überhaupt, hätte man mit wenigen Millilitern (!) statt drei Litern Wasserstoffperoxid also das HMTD hergestellt – aber auch nur in Kleinstmengen, da ebenfalls nicht stabil und unsicher. Man würde auch niemals HMTD für eine größere Bombe alleinig verwenden, sondern es in einer 0,5-2g Sprengkapsel als Initialsprengstoff nutzen, um damit eine größere Menge Sekundärsprengstoff zur Detonation zu bringen – und hier wird im nichtmilitärischen Bereich meist Ammoniumnitrat (mit etwas beigemischtem Öl oder Diesel zur Wirkerhöhung, genannt ANFO) aus Baumarktdünger verwendet, so wie es auch der Norwegen-Attentäter in Oslo tat. Von einem solchen Sekundärsprengmaterial ist jedoch keine Rede, was ja schon damals bei den vermeintlichen Sauerland-Terroristen genauso lächerlich gewesen ist. Diese wollten angeblich kiloweise Apex herstellen und bunkerten dafür absurde 700 Liter Wasserstoffperoxid – schon bei der Synthese wäre ihnen der ganze Laden um die Ohren geflogen. Auch von dieser Absurdität nie ein Wort in den Medien.

Oder wisst ihr noch den Fall vor wenigen Jahren, als die Medien groß aufgeschrien haben, weil angeblich irgendwer mit „verdächtig klingendem Namen“ zur Sprengstoffherstellung hunderte Kühlakkus mit Ammoniumnitrat gekauft hat? Schon damals haben Kritiker aus den alternativen Medien darauf hingewiesen, dass man sich diese Substanz umstandslos aus Baumarktdünger extrahieren kann, anstatt sie aus mit Gel vermischten, teuren Kühlpads mühsam zu gewinnen. Und die Medien? Verloren auch darüber kein Wort, sprangen allesamt kritiklos auf den Terrorzug auf.

Als Fazit muss man ganz klar konstatieren, dass der aktuelle Fall aus Oberursel viele Fragen aufwirft, die vom Mainstreamjournalismus nicht einmal gestellt werden und den Verdacht erwecken, hier waren entweder Volldilettanten am Werk, oder aber man habe hier etwas medial Wirksames finden WOLLEN und deshalb in der Summe zwar gefährlich klingendes Material dort platziert/ ihnen zukommen lassen*, das in seiner Endanwendung letztlich aber unwirksam ist – einzig von der angeblich „funktionsfähigen Rohrbombe“ ginge Schaden aus. Doch ob und welcher Sprengstoff darin vorlag, ist eine bisher ungeklärte Frage und wird hoffentlich die nächsten Tage beantwortet werden (Nachtrag Juli 2015: bis heute unbeantwortet, die Pressesprecherin verweigerte mir hierzu mehrfach die Auskunft). In den Kommentaren des verlinkten Spiegel- und Zeit-Artikels kann man jedenfalls wieder den erleichterten Systemlemming beruhigt aufatmen hören, der sich über diesen Ermittlungserfolg freut und dafür zukünftig auch gerne die Einschränkung seiner Grundrechte („Vorratsdatenspeicherung“) in Kauf nähme…

* Dies schien einigen Lesern unklar zu sein, was ich damit meine. Folgende Überlegung steckt dahinter: Um durch künstliche Bedrohungsszenarien die Islam-Terror-Panikwelle aufrecht erhalten zu wollen, macht es eben Sinn, diese via „false flag“-Operation ab und an selbst herbeizuführen. Dies gelänge zum Beispiel über die Anwerbung entsprechend kulturell verwurzelter Leute durch einen Geheimdienst. Unter falschen Vorwänden könnte dieser dem Pärchen dann gewisse Utensilien zustecken und zum Kauf bestimmter Substanzen gegen hohe Aufwandsentschädigung animieren. Der Geheimdienst lanciert dann an die Polizei diese Informationen und weiß genau über die nachfolgende Außenwirkung in der Presse nach dem Fund solcher Materialien Bescheid, wodurch er letztlich sich selbst und seine Aufgaben der Terrorabwehrmaßnahme legitimiert und aufrecht erhält. Nur ein Gedankengang, aber nach den geheimen Waffen- und Sprengstoffdepots in deutschen Wäldern durch die NATO-Geheimarmeen („Gladio“) nicht mehr völlig undenkbar. UPDATE JULI 2015: Die Frau wurde nun aus der U-Haft entlassen. Die Ermittler gehen genau wie schon vermutet eher von einer Logistiktätigkeit des Pärchens aus: „Eine Theorie der Kriminalisten besagt, dass die Eheleute nicht selbst ein Attentat planten, sondern als Logistiker für andere Terroristen Material beschaffen und Sprengsätze zusammenbauen sollten.

Update

Der männliche Part des Terror-Duos soll sogar „studierter Chemiker“ gewesen sein. Umso lächerlicher die Behauptung, gerade dieser würde trotz seines Fachwissens den völlig instabilen, hochgefährlichen und zur Selbstdetonation neigenden Sprengstoff Acetonperoxid (TATP, Apex) herstellen wollen, wie die Polizei ja behauptet. Auch hätte er sich Wasserstoffperoxid völlig unauffällig in niedriger Konzentration (und natürlich kleineren Mengen, siehe oben) beschaffen und selbst hochkonzentrieren können (wobei dies für HMTD bspw. nicht mal notwendig ist). Unglaublich grotesk, die Geschichte wird immer absurder!

Update

Nach einem dezenten Bloghinweis hat gar Fefe (ja, DER Fefe) auf Teile meiner Argumentation zurückgegriffen und teils wörtlich aus diesem Beitrag zitiert. Leider hat er eine direkte Verlinkung gescheut, wohl weil ihm dieser Blog dann doch zu heiß/ VT ist. Eigentlich wäre das ja ein dreistes Plagiat und ich hoffe nicht, dass Fefe regelmäßig nach dem Muster arbeitet „Gute Info dude, aber Quelle ist mir zu unseriös und ein dankeschön per Mail gibt es auch nicht, doch ich übernehms einfach mal“.Hier sein Statement:

Nicht ein Gewehr haben sie gefunden, sondern Bauteile eines Gewehrs. Bauteile. Sie sagen noch nicht mal, dass das ein vollständiger Set Bauteile war!

Dann 100 Schuss 9mm Munition. Die passen nicht in ein G3. Nicht mal annähernd. Ist das andere Ende des Spektrums, das ist für leichte Pistölchen.

Panzerfaust klingt gruselig, aber sie haben keine Panzerfaust gefunden, sondern ein Übungsgeschoss. Wie sie so ein Übungsgeschoss aus? Das ist ein Stück angemaltes Metall. Ohne Sprengstoff drin. Kann man sich im Internet für 10 Euro klicken.

[…]

Oh, aber warte, da war ja auch noch die Rohrbombe! Leider gibt es von der kein Bild. Hmm. Ja, warum eigentlich nicht? Weil man sonst sehen könnte, dass das eher Feuerwerk als eine Bombe ist? War da überhaupt Sprengstoff drin oder war das nur ein Rohr und das Wasserstoffperoxid sollte zum Sprengstoff werden?

Wie macht man überhaupt aus Wasserstoffperoxid Bomben? Ist das realistisch?

Update zum „vereitelten“ „Terror-Anschlag“ bei Oberursel – Kritik und Ungereimtheiten

Vielen Dank an den Kommentator Gyümölcs Kovács und seine Mühe der Recherche. Auch ich fragte derweil offiziell beim Pressesprecher nach, inwiefern denn die angebliche Bombe funktionsfähig gewesen sein soll – ob da überhaupt Sprengstoff drin war etc. Nach anfänglicher Ignoranz drängte ich auf eine Antwort und bekam dann schließlich mitgeteilt, dass man mir ohne Nachweis eines Presseausweises nichts bekannt geben wird. Wie bitte soll denn dann Informationsgewinnung funktionieren, wenn die Medien darin offensichtlich versagen, wir Blogger/ Interessierte dieses Versäumnis aber nicht korrigieren können/ dürfen?!

Update

Die Frau wurde nun aus der Untersuchungshaft entlassen. Auf die Bilder der angeblich funktionsfähigen Rohrbombe warten wir allerdings bis heute vergeblich – sehr wahrscheinlich war sie überhaupt nie „funktionsfähig“, aber dazu schweigt sich selbst der Pressesprecher nach mehrmaliger Anfrage weiterhin aus und behauptet doch kackfrech, diese Information könne man aus der medialen Berichterstattung entnehmen. Lüge ist’s!

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Politik-Dozent nimmt Stellung zu Bilderberg-Konferenz: „kenne sie nicht“

bilderberg symbol foto pyramide

Hervorragendes Symbolbild zum Charakter und Verhältnis der Bilderberger zu ihren Bürgern

Update: neue Bilderberg-Studie besagt, dass 46% der deutschen Politologen noch nie davon gehört haben!

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Wie das jüngste Beispiel um Prof. Sönke Neitzel zeigt, ist es sehr wichtig, alternatives Wissen in die Mainstream-Wissenschaft zu tragen. Dies lässt sich zum Beispiel über entsprechende Themenauswahl in der eigenen Hausarbeit bewerkstelligen – oder bestenfalls in einer Vorlesung mit hunderten von Zuhörern. Letzteres schien mir hierzu die bessere Wahl zu sein, und so schrieb ich unserem Dozenten für Politikwissenschaft eine E-Mail mit Fragen über „die Bilderberger“ und ob er sie nicht in der nächsten Vorlesung über Massenmedien behandeln kann. Zudem wollte ich eine schriftliche Stellungnahme von ihm per Mail erhalten. Die Original-Mail ist unten angehängt zu finden.

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Leider antwortete er mir auf diese E-Mail nicht. Dennoch war ich (etwas) positiv überrascht, als er die Email plötzlich inmitten der Vorlesung anführte und kurz Stellung zu den Bilderberg-Konferenzen nahm. Aber wirklich auch nur kurz. Er führte dann ein -wörtlich- „weiteres Konferenzformat“ an, nämlich die der Bilderberger, von denen er bislang aber noch nie etwas gehört hatte. Man sieht also, dass die Geheimhaltung der Bilderberg-Organisatoren und -teilnehmer bis in die Wissenschaften und Fakultäten Einzug findet – eine respektable Leistung!

Allerdings verlor der Dozent keine einzige kritische Silbe über sie, hinterfragte den konspirativen Charakter ebenso wenig wie er die Fragen aus meiner Mail schon nicht beantwortete, obwohl nicht nur die Frage nach der Präsenz dieser Konferenz in der wissenschaftlichen Literatur von großer Bedeutung ist, sondern auch die Frage nach der Vereinbarkeit von einem teilweise aus öffentlichen Geldern finanzierten Eliten-Treffens (Sicherheitspersonal bspw.; auch der Bundestag übernahm schon Reisekosten deutscher Teilnehmer) mit den Grundprinzipien einer transparenten Demokratie; ob der demokratische Willensbildungsprozess nicht durch solche Treffen unterminiert wird und wie plausibel ein vorgeblich rein privates, apolitisches Treffen der Beteiligten wirklich ist oder ob dies nur ein Vorwand zur Nichtablegung von Rechenschaft darstellt.

Oder weshalb kein Wort und kein Bild davon in den Medien auftauchen und schon gar nicht öffentlich diskutiert werden, obwohl sonst jeder Schritt und Tritt der dort anwesenden Politiker medial dokumentiert wird. Weiter sagte er, die Bilderberg-Konferenz sei ein „typisches Format, wo man die Abhängigkeitsverhältnisse der Akteure beobachten kann“. Laut ihm stelle sich hier (nur) die Frage, ob es bei diesen Treffen um „einen wechselseitigen Einfluss gehe oder um einen Austausch“. Das war’s! Keine kritische Betrachtung, keine kritische Frage, einfach nichts!

 

Fassen wir seine Anmerkungen zusammen:
  • die Bilderberg-Treffen sind nur ein weiteres „Konferenzformat“
  • er als Politikwissenschaftler hat davon jedoch noch nie gehört
  • ist ein typisches Format, wo man die Abhängigkeitsverhältnisse der Akteure beobachten kann
  • die Frage ist, ob es dort um einen wechselseitigen Einfluss geht oder um einen Austausch
Sofort nach seiner sehr kurzen Ausführung dazu breitete sich eine länger anhaltende Unruhe im Saal aus – es bestand offensichtlich Diskussionsbedarf, wenngleich er meiner Bitte nach einer Diskussion nicht nachkam. Insgesamt bekam man den Eindruck, dass er so schnell wie möglich das Thema abhandeln wollte. Löblich, dass er überhaupt darauf einging. Unrühmlich jedoch, wie er es kleinredete und unkritisch den Studenten „erklärt“ hat. Für die Zukunft nehme ich vor, diese E-Mail an dutzende von Dozenten verschiedener Universitäten zu schicken, unter der Vorgabe, ich sei bei ihnen Teilnehmer der Vorlesung und würde dazu gerne in der nächsten Sitzung mehr wissen. So erhalten wir 1. vielleicht auch mal schriftliche Stellungnahmen dazu und 2. bringen wir das Thema der Bilderberger zu den Studenten und Professoren und damit direkt in den wissenschaftlichen Diskurs – steter Tropfen höhlt den Stein. Die Ergebnisse bekommt ihr selbstverständlich hier dann präsentiert!
Nachtrag: Was lange währt, wird endlich gut – dieses Vorhaben wurde in die Tat umgesetzt. Hier ist die Studie dazu (Ergebnis: 46% haben den Namen nie gehört).

Literatur zum Thema:

Hier noch die E-Mail an den Dozenten bezüglich der Bilderberg-Konferenz

Sehr geehrter Herr Dr. XXX,

ich hätte einige Anmerkungen und Fragen zu unserer letzten Sitzung „xxx“:
  1. Frage: Haben Sie schon einmal von der „Bilderberg-Gruppe“ gehört?
Wikipedia schreibt zu ihnen einleitend: „Die Bilderberg-Konferenzen sind informelle, private Treffen von einflussreichen Personen aus Wirtschaft, Militär, Politik, Medien, Hochschulen und Adel.“  (http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz ). Man kann also sagen, dass sich hier die westliche Elite (Regierungschefs, Minister, Verlagseigner, Chefredakteure, Großkonzern- und Bankvorstände,  etc.) hinter verschlossenen Türen einmal jährlich an wechselnden Orten und Ländern auf Teilkosten der Steuerzahler geheimniskrämerisch versammelt. Wurde anfangs (Gründung 1954 im niederländischen Hotel Bilderberg) und lange Zeit danach überhaupt nicht darüber berichtet, so konnte man im Zuge des Internets auch die Massenmedien dazu drängen, einige (wenige) Zeilen darüber zu schreiben; nicht jedoch von den daran teilnehmenden Medienvertretern. Es ist schon merkwürdig, dass nicht einmal Fotos dieser Treffen in den Medien auftauchen […][es] wird quasi nicht eine Zeile darüber verloren – was im Gegensatz dazu jedoch beim G8 bzw. G7 Gipfel  medial los ist, können wir alljährlich erleben. Warum ist das so? Das könnten Sie ja in der letzten VL vielleicht einmal erläutern. Auch, wie denn möglichst transparente Demokratie mit völlig intransparenten Zusammenkünften einflussreicher Milieus zu vereinbaren sind – zumal der Steuerzahler teilweise für die Kosten (Sicherheitspersonal, Reisekosten) dafür aufkommen muss!

„Der Münchener Mediensoziologe und Publizist Rudolf Stumberger äußerte über die Bilderberg-Konferenz 2010, er habe kein Verständnis dafür, „dass verantwortliche Redakteure etwa der Wochenzeitung Die Zeit schon über viele Jahre eng mit den Bilderbergern verflochten sind und dennoch wie alle anderen teilnehmenden Journalisten nie auch nur eine Zeile über die Konferenzen berichten“. (Wikipedia entnommen)

UND

„Der belgische Soziologe Geoffrey Geuens von der Université de Liège missbilligt die zwanghafte Geheimhaltung der Bilderberger, schließt sich aber keiner Verschwörungstheorie an. Er benutzt das Beispiel der Bilderberger, um aufzuzeigen, wie Macht funktioniert und welche engen Beziehungen zwischen Politik, Wirtschaft und den Medien bestehen.“ (Wikipedia)

 Auch die Öffentlichkeit ist an der Finanzierung der Bilderberg-Konferenzen beteiligt:
„Wie bei der Konferenz 2011 in der Schweiz bekannt wurde, haben sich der Veranstalter und der Bund die Kosten für die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen geteilt.Wie hoch diese Kosten waren und wie das bei anderen Konferenzen gehandhabt wurde ist nicht bekannt. Die Kosten für die Anreise zur Konferenz sollen die Teilnehmer selbst tragen. Im Jahr 2008 wurde bekannt, dass die Reisekosten von Eckart von Klaeden (Teilnehmer der CDU) vom Deutschen Bundestag übernommen wurden. Nachdem der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) im darauffolgenden Jahr an der Konferenz teilnahm, gab es eine parlamentarische Anfrage über Details zu den Inhalten der Konferenz sowie der Motivation und Finanzierung von Faymanns Konferenz-Teilnahme. Jener antwortete ausweichend.“ (Wikipedia)

Ich wette, mindestens 90-99% der anwesenden Studenten haben noch nicht einmal den Begriff „Bilderberger“ oder „Bilderberg-Konferenz“ je gehört – umso mehr sollten Sie hier Aufklärung leisten und diskutieren lassen: Sind bzw. können die Treffen wirklich rein privat und apolitisch sein und somit gefahrlos für den demokratischen Entscheidungsprozess (wieso aber muss dann der Steuerzahler für einen Teil der Kosten aufkommen und erfährt nichts darüber, weshalb die Geheimniskrämerei?) – oder wird hier unter Ausschluss der Öffentlichkeit „eiskalt Weltpolitik betrieben“?

Abschließend hätte ich noch eine diesbzgl. Frage zur Wissenschaftsliteratur: Inwiefern werden die Bilderberg-Konferenzen in der (Politik-)Wissenschaft diskutiert? Welche/r Literatur/Autor beschäftigt sich damit oder ist es gar ein noch recht unerschlossenes Forschungsfeld?
Die Brisanz dieser Thematik ist unzweifelhaft gegeben und daher bitte ich Sie dringlichst um eine ausführliche Antwort per E-Mail und in der Vorlesung.
Vielen Dank und liebe Grüße,
XXX

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Whistleblower der US-Folterprogramme im Gefängnis

Ist das denn zu fassen! Nicht nur, dass bislang kein einziger Verantwortlicher für die Folterprogramme der USA je vor Gericht stand oder gar verurteilt wurde, kommt es jetzt noch schlechter: denn der Mann, der uns über die Medien überhaupt erst detailliert vom Foltern der CIA und ihren Geheimgefängnissen in Polen oder Rumänien berichtet hat, sitzt nun in Haft! Sein Name ist John Kiriakou und ausgerechnet an ihm hat man gleich ein Exempel statuiert um potentiellen Nachahmern etwaige Gedanken auszureden. Und typischerweise dazu KEIN EINZIGES Wort den der deutschen Mainstreampresse.

Quelle: http://theweek.com/speedreads/index/273399/speedreads-the-only-person-in-jail-over-cia-torture-is-a-whistleblower

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UPDATE: So wie es aussieht, wird auch in absehbarer Zeit niemand für die Folter-Verbrechen vor Gericht gestellt. Und das, obwohl die USA als auch Deutschland u.a. Länder die Anti-Folter-Un-Konvention unterzeichneten, wo sie sich verpflichten, solche Täter unabhängig von einem Notstandsbefehl zur Rechenschaft zu ziehen und anzuklagen. Als Regierungssprecher Steffen Seibert darauf angesprochen wurde, eiert er nur herum und verliert sich in den üblichen, worthülsigen Phrasen:

FRAGE: Herr Seibert, Sie haben gerade gesagt, dass Sie es der US-Regierung überlassen, was die Konsequenzen sind. Die Anti-Folter-Konvention, die Deutschland und Amerika unterschrieben haben, besagt, dass die Staaten verpflichtet sind, diese Menschen, die Folter begangen haben, anzuklagen und zur Verantwortung zu ziehen. Das widerspricht der Aussage von Ihnen, dass Sie das der US-Regierung überlassen wollen. Deutschland ist dazu verpflichtet, diese Menschen selbst anzuklagen, wenn die US-Regierung sie nicht anklagt. Wird die Bundesregierung dies tun?

STS SEIBERT: Ob es eine strafrechtliche Relevanz gibt, die hier für die deutschen Strafverfolgungsbehörden wichtig ist und wo deutsche Strafverfolgungsbehörden Maßnahmen einleiten, müssen dann eben die deutschen Behörden selber entscheiden.

Es ist nicht Sache der Bundesregierung, darüber zu befinden das können aber besser die Sprecher sagen, vor allem die Sprecherin des Bundesjustizministeriums , ob deutsche Strafverfolgungsbehörden einen Grund sehen, aktiv zu werden.

BAER-HENNEY: Ob solche Straftaten verfolgt werden, muss im Wesentlichen der Generalbundesanwalt entscheiden. Insofern würde ich Sie bitten, sich dorthin zu wenden. Das sind Fragen des Völkerstrafrechts, die gegebenenfalls in die Zuständigkeit des Generalbundesanwalts fallen.

ZUSATZFRAGE: Herr Seibert, müssen zum Beispiel Ex-Präsident Bush und Herr Cheney in Bezug auf die Foltervorwürfe damit rechnen, gefangengenommen zu werden, wenn sie nach Deutschland einreisen?

STS SEIBERT: Da verweise ich auf die Antwort, die ich gerade gegeben habe.

QUELLE: selbstverständlich war es kein „klassischer“ Journalist, der so hartnäckig nachfragte, sondern ein Aktivist von Netzpolitik.org – quasi ein Kollege der Grenzwissenschaft. Bitte genau so weitermachen!

PS: was gibt es besseres als Beweis, dass die Bundesregierung auch nach der NSA-Geschichte immer noch bis zu den Knöcheln im A**** der US-Junta steckt?! Und keiner merkt es im Mainstream, kein Wort -.-

Literatur: