Neue Bilderberg-Studie: 46% der deutschen Politikwissenschaftler haben noch nie von dieser Konferenz gehört (!)


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Anlässlich der diesjährigen Bilderberg-Konferenz vom 07. bis 10. Juni 2018 in Turin (nicht Venedig, wie es Google fälschlich ausweist) wird es endlich Zeit, die 2015 von mir durchgeführte und nun publikationsreife Studie über den Bekanntheitsgrad dieses Konferenzformates und seiner Bewertung durch Politikwissenschaftler zu veröffentlichen.

Der große Mehrwert dieser Erhebung besteht in der Nichtreproduzierbarkeit, da zu diesem Zeitraum noch keine allumfänglich breitenmediale Berichterstattung darüber einsetzte. Dies geschah erst kurze Zeit später erstmalig in der deutschen Mediengeschichte. Daher gewinnt man so einen unverfälschten Eindruck davon, wie die Kenntnis und Meinung der akademischen Zunft über die Bilderberg-Gruppe zu einem Zeitpunkt aussah, als über diese noch nicht durch alle Leitmedien diskutiert wurde. Dieses Rohdatenmaterial ist im Anhang als unverhofftes „wissenschaftliches Gold“ im Original gelistet und die Ergebnisse somit von jedermann transparent nachprüfbar sowie unter verlinkter Angabe dieser Quelle zur freien Nutzung weiterer Forschungen ausdrücklich freigegeben.

Seit 1954 treffen sich alljährlich (heutzutage etwa 140) äußerst einflussreiche Personen mit „einer beachtlichen Multiplikatorenwirkung in ihren Heimatländern“ des meist westlichen Kulturkreises aus Wirtschaft, Militär, Politik, Geheimdiensten, Medien, Hochschulen und Adel zu dieser offiziell unpolitischen, rein informell-privaten Konferenz. Es nimmt also eine selektive Auswahl der (offiziell obersten) Führungsriege des Machtapparates daran teil. Die Intransparenz und Geheimhaltung dieser Treffen sorgt seit vielen Jahren innerhalb der alternativmedialen Internetgemeinde für große Skepsis und weckt Befürchtungen, hier werde von der Öffentlichkeit losgelöst Politik betrieben und womöglich richtungsweisende Entscheidungen getroffen. So wird von Seiten der alternativen Medien gerne behauptet, dass die Bilderberger als „Königsmacher“ über bspw. den künftigen Bundeskanzler ebenso bestimmen wie richtungsweisende Entscheidungen – etwa die zur Euroeinführung – fällen und durchsetzen. Doch um das realpolitische Wirken dieser Gruppierung soll es hierin gar nicht gehen, sondern vielmehr um die wissenschaftliche Rezeption dieses Konferenzformates.

Um die Meinung dazu von Politikwissenschaftlern der Universität einzuholen, habe ich 4 Fragen (zur genauen Formulierung siehe Abschnitt „Methodik“) darüber an 156 Professoren und Lehrbeauftragte dieses Fachbereichs per E-Mail gestellt.

Da die Lesebereitschaft langer Texte bei Internetnutzern erfahrungsgemäß gerne im Energiesparmodus verharrt, beginnen wir schon gleich zu anfangs mit den Ergebnissen und der Auswertung der Studie. Es folgen daraufhin u.a. Ausführungen zur Methodik, Vorgehensweise und kritischen Aspekten. Abschließend werden sämtliche Antworten unter Streichung der Namen und anderer identitätsoffenbarenden Informationen als Quellenfundament für weitere Forschungen angehängt.

Auswertung der Bilderberg-Studie

Zunächst seien die wichtigsten Erkenntnisse samt grafischer Visualisierung stichpunktartig dargestellt, ehe anschließend eine ausführlichere Analyse erfolgt:

  • Antwortrate: 71 von 156 E-Mails wurden beantwortet (45,51%)
  • Haben Sie schon einmal von den „Bilderbergern“ gehört?
    Ja: 17 (53,13%)
    Nein: 15 (46,88%)
  • Sehen Sie in diesem Konferenzformat eine Problematik hinsichtlich des Unterlaufens demokratischer Grundwerte?
    Unproblematisch: 12 (60%)
    Hat eine differenzierte, teils elitenkritische Sicht dazu: 8 (40%)
    Sieht es grundsätzlich problematisch: 0 (0%)
  • 18-mal taucht das Wort „Verschwörungstheorie“ (inkl. Plural) oder „Verschwörung“ (inkl. Plural) auf, obwohl dieser Begriff in der Befragungsmail kein einziges Mal verwendet wurde

Die Antwortrate von gerade einmal 45,51% verwundert. Einem (vorgeblichen) Studenten und Teilnehmer der eigenen Veranstaltung sollte man auf konkret gestellte Fragen auch antworten – und sei es mit einem abwinkenden Einzeiler (wie oft geschehen, s.u.). Da immer mehr Studenten auf immer weniger Professoren und Dozenten kommen, könnte dies damit zu erklären sein und dient als Indikator für die Arbeitsüberlastung der Universitätsmitarbeiter bei gleichzeitiger Mittelkürzung.

Einige Dozenten haben tatsächlich konkret auf die Frage, ob Sie denn schon einmal von den „Bilderbergern“ gehört haben, mit „ja“ oder „nein“ geantwortet. Die allermeisten vermieden dies allerdings, ließen stellenweise aber eine implizite Schlussfolgerung zu (etwa #019, #021, #022, #025, #026). Dadurch ließen sich 32 brauchbare Antworten eruieren. Demnach haben immerhin 53,13% der Befragten bereits einmal von den Bilderbergern gehört, ganzen 46,88% hingegen sagte dieser Begriff nichts. Da fast alle der Befragten Politikwissenschaftler waren (siehe hierzu auch das Kapitel zur Methodik), entsetzt dieser geringe Wert. Er zeigt, wie erfolgreich die Geheimhaltung über die Jahrzehnte selbst bis in die für diesen Bereich zuständige Forschung betrieben werden konnte. Dies kann getrost als spektakulär eingeschätzt werden und zeugt vom geringen Grad autodidakter Wissensaneignung fernab des offensichtlich engumgrenzten Akademiehorizontes eine kaum tolerierbare Schwäche wissenschaftlichen Wirkens und durchaus eines medialen Aufschreis würdig, denn es ist die Aufgabe genau dieser Zunft, darüber Bescheid zu wissen und zu informieren.

Auf der anderen Seite sehen die allerwenigsten der befragten Wissenschaftler in diesem arkanen Konferenzformat überhaupt ein Problem für die demokratische Gesellschaft. 12 betrachten es gar als völlig unproblematisch, 8 ist immerhin eine differenzierte, teils sogar elitenkritische Perspektive zu attestieren. Die Brisanz dieser intransparenten Veranstaltung wird allerdings von keinem erkannt bzw. grundsätzlich als nicht gegeben angesehen. So kommt es, dass ihr meistens nicht einmal Relevanz für die eigene Vorlesung zugestanden wird, obwohl der Titel dies eigentlich impliziert (etwa bei der Vorlesung „Wirtschafts- und Finanzpolitik“ bei #046 oder „Gewalt und Politik“ bei #045). Nummer #059 schreibt zur Problematik:

„Aber ich finde es jetzt auch nicht problematisch, dass sich politische Akteure zu solchen Veranstaltungen treffen, solange dafür keine Steuergelder ausgegeben werden.“

Doch genau dies geschieht ja. Zur Bilderberg-Konferenz 2016 in Dresden mussten 387.000 Euro vom Land Sachsen für die Sicherheitskosten bereitgestellt werden. Zum Vergleich*: Ebenfalls private, aus technischer Unkenntnis an ganz Facebook adressierte und aus dem Ruder gelaufene Geburtstagsfeiern junger Menschen werden ihnen gerne mal komplett in Rechnung gestellt – in einem Fall mit 218.000 (!) Euro für einen jungen Lehrling aus Magdeburg.

In einer kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion der Linkspartei über die Kosten der Bilderberg-Konferenz 2016 in Dresden windet sich die Bundesregierung in ihrer Antwort gekonnt heraus. Auf die Frage, aus welchen Haushaltsmitteln die Teilnahmekosten (Teilnahmeentgelte, Reisekosten, Übernachtungs- und Verpflegungskosten) der Mitglieder der Bundesregierung bzw. der Vertreter nachgeordneter Behörden getragen werden und wie hoch der Eigenanteil an den Teilnahmekosten wäre, antwortet die Bundesregierung ausweichend:

„Die Fragen 13 und 14 werden im Zusammenhang wie folgt beantwortet. Die Teilnahme erfolgt ausschließlich auf Einladung, Teilnahmegebühren fallen nicht an (siehe auch Information der Organisatoren unter http://bilderbergmeetings.org/frequently-asked-questions.html). Die Erstattung von Dienstreisekosten von Mitgliedern der Bundesregierung oder auch Vertreterinnen und Vertretern nach- geordneter Behörden ist durch die Vorschriften des Bundesministergesetzes, des Bundesreisekostengesetzes, der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundesreisekostengesetz sowie der Auslandsreisekostenverordnung geregelt.“

Es wird also nicht einmal konkret geantwortet, ob überhaupt Reise- und Verpflegungskosten übernommen werden, geschweige denn, wie hoch sie ausfallen; stattdessen ein Verweis auf verschiedene Gesetze. Ob diese aber überhaupt bei einer vorgeblich privaten Veranstaltung greifen, bleibt fraglich und unbeantwortet. Dank der Plattform „Abgeordnetenwatch“ und dort engagiert wie hartnäckig nachfragenden Mitbürgern wissen wir, dass der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckart von Klaeden im Jahr 2008 die ihm entstandenen Kosten für die Teilnahme an der Bilderberg-Konferenz vom Bundestag erstattet bekam. Leider lässt sich diese Passage nicht mehr bei „Abgeordnetenwatch“ ausfindig machen. Allerdings habe ich glücklicherweise all seine Antworten zu den Fragen über seine Bilderberg-Teilnahme bereits vor einigen Jahren in einem separaten Blogbeitrag archiviert (hier detailliert nachlesbar).

Auffällig sind weiterhin markante Unterschiede in der Einschätzung und Bewertung desselben Sachverhalts. Während beispielsweise #012 dieses Konferenzformat der „Geheimdiplomatie“ zuordnet, betrachtet #023 es als „nicht geheim“. Gleichfalls gibt es solche extrem divergierenden Auffassungen bei der Wertung der Bilderberger als apolitisches Treffen. #045 hält dies für plausibel, während #012 es als „sicherlich nicht apolitisch“ einordnet. Allen gemein ist die Ansicht, dass es hierzu noch sehr wenig Forschungsarbeit gibt, was der Intransparenz des Formates naturgemäß geschuldet ist. #031 allerdings „kenn[t] keine wissenschaftliche oder sonstwie seriöse Arbeit dazu und kann [sich] auch nicht vorstellen, wie diese aussehen sollte“ [sic!]. Wir finden also durchaus ein breites Meinungsspektrum innerhalb des erwartbaren Legitimationsnarrativs vor, auch wenn diese intransparente Veranstaltung von keinem der befragten Wissenschaftler ausschließlich kritisch gesehen wird.

Mit großen Unterschieden ist ebenfalls die Quali- wie Quantität der Antworten durchsetzt. Von teils essayistischen Argumentationsangeboten großer Länge (#003 oder #023) bis hin zu pointierten (#045) oder gar nichtssagenden Einzeilern (#063) ist alles vertreten. Gleichfalls divers fiel die Bereitschaft zur Rezeption der Thematik aus. Manche Politologen boten löblicherweise an, einige Minuten der nächsten Vorlesung an mich abzutreten, um darüber in einem Kurzvortrag zu referieren. Andere sahen dazu keine Zeit oder die Relevanz nicht gegeben.

Kurios festzustellen war indes, dass sich ein knappes halbes Dutzend der Dozenten bemüht hat, die Authentizität des fragenden Studenten tatsächlich zu überprüfen. Als diese negativ ausfiel („Ich konnte Sie nicht in meiner Liste finden“), erfolgte nicht einmal eine Antwort dazu, ob ihnen dieses Konferenzformat bekannt wäre. Zwei besonders kritische Geister haben gar den Charakter dieser E-Mail als „Massenmail“ (#034 und teils #050) erkannt. Eine weitere Kuriosität liegt darin, dass nicht Wenige die Groß- und Kleinschreibung offensichtlich als nicht besonders erachtenswert in der schriftsprachlichen Kommunikation empfinden – dies mag dem hohen studentischen Mailaufkommen geschuldet sein, irritiert bei Akademikern dennoch.

Wenn von einigen Dozenten darauf hingewiesen wird, dass sich derzeit [2015] sehr wohl Erzeugnisse aus der Qualitätspresse diesem Thema widmen, dann können sie natürlich nicht wissen, dass dies breitenmedial zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal in der deutschen Mediengeschichte erfolgte – was vermutlich einzig dem Druck der alternativen Medien und der Onlinecommunity geschuldet ist. Man kann nämlich selbst dem hörigsten aller Leser argumentativ nur schwer vermitteln, weshalb jeder verwackelte Urlaubsschnappschuss von Politikern in der Zeitung landet, deren Teilnahme an der Bilderberg-Konferenz aber keine Zeile der Erwähnung wert zu sein scheint – von einem Foto ganz zu schweigen.

Sehr auffällig, wenn auch nicht verwunderlich, ist die 18-malige Verwendung der pejorativen Begrifflichkeiten „Verschwörungstheorie“ (inkl. Plural) oder „Verschwörung“ (inkl. Plural). Diese Termini fanden kein einziges Mal Verwendung in meiner E-Mail. Dennoch wird eine Assoziation damit sofort im Geiste hergestellt, sodass der Gang zwischen „seriöser Kritik“ und vermeintlich „verschwörungstheoretischem Unsinn“ als derart schmal vorkonstruiert wird, dass er aus grundsatzkritischer Perspektive heraus kaum gangbar scheint. Die Nutzung des ab 1967 nach der Ermordung Kennedys – und damit verbundener, staatskritisch auftauchender Überlegungen – von der CIA breitenmedial etablierten Kampfbegriffes „Verschwörungstheorie“ durch Vertreter der Wissenschaftskaste verwundert also kaum.

In diesem Zusammenhang sei auch auf den Grundlagentext zur Einführung in die blinden Flecken der Wissenschaft hingewiesen, in dem ich die These vertrete, dass die heutigen „Verschwörungstheoretiker“ das moderne Äquivalent der mittelalterlichen „Ketzer“ darstellen und eines Tages ebenso wie letztere Rehabilitation und Anerkennung erfahren. Seit Anbeginn der Zivilisationsgeschichte findet man nämlich das immer wiederkehrende Muster vor, wonach revolutionäre Erkenntnisse und die damit einhergehenden Paradigmenwechsel anfangs grundsätzlich nur von einer kleinen, progressiven Minderheit initiiert und erkannt werden, während sie für diesen erhobenen Widerspruch zum herrschenden Legitimationsnarrativ von der Mehrheit der Gesellschaftsakteure (Politik, Wissenschaft, Religion, Wirtschaft, etc) Ignoranz, Spott oder gar Bekämpfung erfahren. Nur langsam diffundiert dieser von wenigen Erkennenden initiierte Paradigmenwechsel dann in die Gesellschaft hinein und wird zur allgemein akzeptierten Tatsächlichkeit. Diese historische Gesetzmäßigkeit hat auch heute ihre Gültigkeit nicht verloren, wovon diese Studie exemplarisch zeugt.

Methodik und Vorgehensweise

Es wurde im Stile eines qualitativen Forschungsansatzes mit quantitativen Elementen eine allgemein als Blaupause verwendbare E-Mail (Original siehe unten) mit 4 Fragen an 156 Universitätsdozenten der Sozialwissenschaft (größtenteils Politikwissenschaftler) hauptsächlich aus Deutschland, aber auch aus Österreich und der Schweiz geschickt. Hierbei wurde lediglich der Titel in der Betreffzeile der Scheinauthentizität wegen spezifiziert (Betreff lautete stets „VL [Abkürzung für Vorlesung] Vorlesungstitel“, also etwa „VL Einführung in die internationale Politik“). Eine spezifische Anrede mit dem Namen des entsprechenden Dozenten hätte noch mehr Zeit beansprucht und wurde daher unterlassen. Ich gab mich als Student und Teilnehmer dieser Veranstaltung aus und bat auch darum, diese meines Erachtens hochrelevante Konferenz für dieses Fach den anderen Studenten in der nächsten Sitzung bekannt zu machen. Dies geschah, um ein Problembewusstsein dafür in den Köpfen der jungen Leute zu erzeugen.

Die allermeisten der befragten Dozenten waren Politikwissenschaftler, einige wenige Soziologen aber waren wohl ebenfalls dabei (die allerdings idR die Politik betreffende Vorlesungen hielten, daher auch das Anschreiben an jene; siehe auch den Abschnitt „Kritik“).

Um diese 156 Dozenten ausfindig zu machen, wurden die größten Universitäten der 3 genannten Länder herausgesucht, wobei der Schwerpunkt ganz klar auf Deutschland lag. Ohne Anmeldung kann man bei den meisten mittels der universitätsinternen Suchmaschine gezielt nach Veranstaltungen suchen. Mithilfe der Suchfilter „Vorlesung“ als Veranstaltungsart und dem Wort „Politik“ als Teil des Veranstaltungstitel konnten die zukünftigen Mailempfänger ausfindig gemacht werden – teils, weil deren E-Mailadresse im Beschreibungstext oder dem Dozentenprofil hinterlegt war, teils weil anhand des nun bekannten Namens gezielt danach gegoogelt werden konnte.

Jede E-Mail wurde dann einzeln per Hand im Zeitraum 6.6.2015 bis 7.6.2015 versendet (ohne CC oder BC). Koinzidenterweise haben wenige Tage später zum ersten Mal in der deutschen Mediengeschichte überhaupt plötzlich und unerwartet sämtliche großen wie kleinen Medien über die anstehende Bilderberg-Konferenz berichtet (siehe Abschnitt „Chronologie“). Damit werden diese erhobenen Daten zu einem unvergleichlich wertvollen Schatz, da diese Studie nicht reproduzierbar ist. Die Reproduzierbarkeit von Messergebnissen gilt als wichtiges Element solcherart wissenschaftlichen Arbeitens. In diesem Fall allerdings lassen sich die Bedingungen zur Erhebung der Daten niemals wieder gleichsam simulieren, da durch die breitenmediale Berichterstattung selbst die allermeisten Normalbürger mittlerweile von diesem Konferenzformat gehört haben dürften.

Mit der Erhebung sollte in erster Linie untersucht werden, wie wirksam die Informationsunterdrückung und die Geheimhaltungsversuche seit 1954 waren, die Bilderberger selbst aus dem sie massiv tangierenden Bereich der Politikwissenschaft herauszuhalten. Offenbar sehr erfolgreich, da knapp die Hälfte der Wissenschaftler nie auch nur ein Wort darüber hörte (den Namen nicht einmal kannte) und fundierte Kenntnisse darüber kaum jemandem attestiert werden können.

Überdies sollte ermittelt werden, ob die Fachleute den apolitischen Charakter dieser Konferenz für plausibel erachten und in der Geheimhaltung generell eine Problematik für die Demokratie sehen. Zuletzt wurde die Kenntnis vom Forschungsstand dazu abgefragt, die erwartbar mager ausfiel.

Folgend der Originaltext meiner E-Mail, den alle gleichsam erhielten:

„Einen schönen guten Tag,

anlässlich des an diesem Wochenende stattfindenden G7-Gipfels und des eine Woche später darauffolgenden Konferenzformates der „Bilderberger“ im knapp 30 Kilometer vom G7-Tagungsort entfernt liegenden Telfs-Buchen (Österreich), hätte ich im Rahmen unserer Vorlesung diesbezüglich einige kurze Fragen an Sie.

Meine grundsätzliche Frage lautet:

1.) Haben Sie schon einmal von der seit 1954 jährlich tagenden „Bilderberg-Gruppe“ gehört?

Wikipedia schreibt einleitend zu ihnen: „Die Bilderberg-Konferenzen sind informelle, private Treffen von einflussreichen Personen aus Wirtschaft, Militär, Politik, Medien, Hochschulen und Adel.“ – http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz

Man kann wohl sagen, dass sich hier einmal jährlich etwa 130 Teilnehmer als hochrangige Vertreter der transatlantischen Elite hinter verschlossenen Türen auf Teilkosten der Steuerzahler (bspw. Sicherheitspersonal und Reisekosten) stillschweigend versammeln – denn im Gegensatz zur derzeit ausgiebigen G7-Berichterstattung ist zu diesem Konferenzformat und seinen Ergebnissen in den Medien nichts zu lesen. Bei Wikipedia steht im genannten Artikel hierüber:

„Der Münchener Mediensoziologe und Publizist Rudolf Stumberger äußerte über die Bilderberg-Konferenz 2010, er habe kein Verständnis dafür, ‘dass verantwortliche Redakteure etwa der Wochenzeitung Die Zeit schon über viele Jahre eng mit den Bilderbergern verflochten sind und dennoch wie alle anderen teilnehmenden Journalisten nie auch nur eine Zeile über die Konferenzen berichten‘.“

Die Frage hierzu liegt auf der Hand:

2.) Wie ist die seit Jahrzehnten praktisch nicht vorhandene Berichterstattung darüber in den Leitmedien trotz der Vielzahl teilnehmender (Polit-)Prominenz zu erklären? (2005 nahmen bspw. Gerhard Schröder, Angela Merkel und Otto Schily gemeinsam teil)

Meine nächste Frage umfasst den verlautbarten Inhalt des Konferenzformates:

3.) Für wie plausibel ist der offiziell rein private, apolitische Charakter dieser Treffen einzuschätzen und inwieweit bestünde hier die Gefahr eines Unterlaufens demokratischer Grundwerte?

Schließlich hätte ich noch eine Frage zur Wissenschaftsliteratur:

4.) Inwiefern werden die Bilderberg-Konferenzen in der (Politik-)Wissenschaft diskutiert? Welche/r Literatur/Autor beschäftigt sich damit oder ist es gar ein noch recht unerschlossenes Forschungsfeld?

Ich würde denken, dass mindestens 90-95% meiner Kommilitonen den Begriff „Bilderberger“ oder „Bilderberg-Konferenz“ noch nie gehört haben – umso mehr bitte ich Sie, meine Fragen neben einer kurzen Rückantwort per E-Mail auch in unserer kommenden Sitzung als zeitaktuellen Exkurs kurz anzusprechen; die Brisanz und allgemeine Relevanz dieser Thematik für unser Fach scheint ja unmittelbar gegeben.

Haben Sie dafür vielen lieben Dank!

Mit den allerfreundlichsten Grüßen und ein schönes Restwochenende wünschend,

Ihr XXX XXX“

Chronologie der medialen Berichterstattung zur Bilderberg-Konferenz 2015 (Konferenz tagte vom 11. bis 14. Juni 2015)

Im Folgenden wurde versucht, via Google-News sämtliche (Erst-)Publikationen der kleinen und großen Medien zu den Bilderbergern im Jahr 2015 zu sammeln und chronologisch darzustellen. Die späteren Antworten einiger Dozenten rühren offenbar aus dieser Berichterstattung heraus. Dieses Jahr war ja das erste überhaupt, in dem quasi sämtliche Qualitätsmedien darüber plötzlich und geschlossen wie konzertiert berichteten. Zwar gab es vorher – auch in den 1950er Jahren – schon vereinzelte Berichterstattung, nie aber eine vergleichbare Darbietung über alle deutschen Medien hinweg. Besonders der 11. Juni fällt hier ins Auge:

11.6.2015 (DAS Datum, an dem das Gros der medialen Leitwölfe geschlossen und teils sogar erstmalig in ihrer Geschichte „wie aus heiterem Himmel“ über die Bilderberger in erwartbarer Kritiklosigkeit aufheulte und die Konferenz begann):

Kritik

Gegen diese Erhebung sind einige legitime Kritikpunkte vorzubringen.

Zunächst einmal wurde gemäß dem Motto „der Zweck heiligt die Mittel“ verfahren – durch eine Lüge wurde ein Dozent dazu veranlasst, sich im scheinbar geschützten Rahmen privater Kommunikation zu einem brisanten Thema zu äußern. Hätte ich wahrheitsgemäß geschrieben, dass ich für diesen (verschwörungsaffinen) Blog eine Umfrage durchführe, um zu überprüfen, wie viel Prozent der deutschsprachigen Politikwissenschaftler Kenntnis von den Bilderbergern haben, wäre die Antwortrate wohl einstellig und kaum verwertbar gewesen. So aber bekamen wir sehr authentische Antworten und die Möglichkeit, dass der Dozent auch seine Studenten darüber informiert. Dieses Vorgehen lässt sich mit meinem Gewissen vereinbaren, bietet aber berechtigten Anlass zur Kritik ( -> Vertrauensmissbrauch).

Hauptsächlich sollten Politikwissenschaftler befragt werden, aber es hat wohl u.a. auch einige Soziologen erwischt. Manchmal habe ich mich also anscheinend bei der Veranstaltung verklickt oder aber ein Soziologe bzw. Vertreter einer anderen Fachdisziplin hielt eine laut Titel offenkundig die Politik betreffende Vorlesung (siehe Abschnitt Methodik über die Auswahlkriterien). Über 90% der Antworten dürften aber von Politikwissenschaftlern stammen, die meisten davon Professoren oder promovierte Akademiker.

Eine wichtige Frage betrifft die Repräsentativität: Sind die Ergebnisse der Auswertung repräsentativ? Dazu müsste man in Erfahrung bringen können, wie viele Dozenten für Politikwissenschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig sind. Dies gelang leider nicht. Lediglich Informationen zur Anzahl der hauptberuflich angestellten Professoren für den großen Bereich der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Deutschland lassen sich laut dieser Publikation auf 5789 beziffern. Obwohl der Anteil der befragten Wissenschaftler also naturgemäß nur ein Bruchteil der tatsächlich Lehrenden ausmacht, dürften die Ergebnisse einer faktisch repräsentativen Erhebung zu ganz ähnlichen Ergebnissen führen: Nur etwa die Hälfte der Lehrkräfte hat jemals von den Bilderbergern bis zum Befragungszeitraum gehört und nur ein Bruchteil davon verfügt über fundierte Kenntnisse darüber.

Darüber hinaus bin ich kein Experte auf dem Gebiet der datenbasierten Forschung und ihrer Methodik. Diese Untersuchung könnte also einer strengwissenschaftlichen Überprüfung eventuell nicht standhalten und hat mehr essayistischen Charakter, wovon nicht zuletzt der durch Scharfzüngigkeit gezeichnete Duktus zeugt. Das Wort „Studie“ im Titel dieses Blogbeitrages gehört demnach strenggenommen wohl eher in Anführungszeichen gesetzt und der plakative Titel etwas relativiert.

Es zeigten sich außerdem Probleme bei der Zuordnung impliziter Aussagen zu den gestellten Fragen bei manchen Antworten. Auf welche Weise sind Antworten zu werten wie „Ich bin zugegeben auch nicht mit der Bilderberg-Gruppe vertraut“ (#019) oder „ehrlich gesagt habe ich bisher auch noch nicht von dieser Bilderberg-Gruppe gesprochen“ (#016)? Diese beiden Aussagen wurden beispielsweise NICHT als „nein“ bezüglich der ersten Frage gewertet. Ebenso lässt sich dem Satz „Liest man regelmäßig und gründlich Zeitung, hat man von der Konferenz sicher schon einmal gelesen“ aus #021 kein explizites „ja“ entnehmen, wurde aber als „ja“ in die Wertung einbezogen. Grundsätzlich wurden nämlich etwas schärfere Einordnungskriterien an ein „nein“ als an ein „ja“ angesetzt, um damit Kritikern zuvorzukommen, die behaupten könnten, die Aussagen wären gezielt in die erhoffte Richtung eines „nein“ manipulativ gedeutet worden. Der tatsächlich prozentuale Wert der Universitätswissenschaftler, die noch nie von den Bilderbergern gehört hatten, dürfte also noch höher ausfallen. Der große wissenschaftliche Mehrwert besteht vor allem in der Erhebung und Zurverfügungstellung des Rohdatenmaterials. Ich lade hiermit jeden herzlich ein, anhand der unten einsehbaren Daten die Ergebnisse zu überprüfen und Korrekturen vorzuschlagen.

Es ließe sich damit nämlich noch einiges mehr eruieren, etwa die Antworten zur vierten Frage oder dem apolitischen Charakter der Treffen. Da ich die Original-Emails noch besitze, könnte man gleichfalls Unterschiede zwischen Doktoren, Professoren, den Geschlechtern, den Regionen, den Ländern etc. untersuchen. Dies halte ich allerdings für einen zu vernachlässigenden Aspekt.

Alle Antworten der Bilderberg-Anfrage als Quellenfundament

Abschließend sei noch der wertvolle Schatz der erfassten Rohdaten im Original der Transparenz und Zurverfügungstellung als nutzbares Quellenfundament wegen angehängt. Selbstverständlich wurde versucht, sämtliche identitätsverifizierenden Informationen durch ein „XXX“ zu entfernen. Dazu gehören die Namen, die Universität sowie teilweise auch zu spezifische Titel der Veranstaltungen und ähnliche Angaben. Sollte jemanden hierbei auffallen, dass dies an einer Stelle vergessen wurde, so bitte ich dringlichst um Mitteilung in den Kommentaren, um dieses Versäumnis umgehend nachzuholen. Die Anonymität der Antwortenden ist mir ein nachvollziehbar wichtiges Anliegen – schließlich wussten sie nicht, dass sie Teil einer Befragung sind.

Anmerkungen zu bestimmten Aussagen u.ä. sind von mir klassisch in eckigen Klammern [] und möglichst selten gehalten. Die Reihenfolge der Antworten erfolgt chronologisch. Zur spezifischen Verwendung als Quelle wurden alle Antworten durchnummeriert. Überdies wurden sämtliche E-Mails, auch wenn diese inhaltlich wertlos waren, der Transparenz wegen eingebunden.

Die Zeilenumbrüche sind dem E-Mail-Format geschuldet. Ansonsten wurde alles so weit wie möglich im Original belassen.

 

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Antwort-Datum 6.6.2015:

 

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#001

 

bitte stellen sie die frage in der vorlesung, dann können wir alle diskutieren.

 

Prof. Dr. XXX

XXX

Universität XXX

 

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#002

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

kann es sein, dass die Mail nicht an mich, sondern an jemand anderen gehen sollte? Gegenwärtig halte ich keine Vorlesung zur Wirtschaftspolitik, daher ist mir nicht ganz klar, in welcher „kommenden Sitzung“ ich auf Ihre Fragen eingehen könnte.

 

Mit freundlichen Grüßen,

XXX

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#003

 

Lieber Herr Kollege:

 

Ich meine, dass Leute vor allem in letzter Zeit Deutsche und Österreich sehr zu Verschwörungstheorien neigen und mit dem Konzept des Westens Probleme haben – daher liest sich der deutsche Wikipedia Eintrag auch gleich viel geheimnisvoller als der Englische. Wie Sie sehen, befinden sich auf der Liste der Participants unten Grüne, Kirchenmänner und Sozialdemokraten. Natürlich treffen und vernetzen sich einflussreiche Leute und möchten sich austauschen und natürlich kommt hier eine politische und gesellschaftliche Elite zusammen, ebenso wie in Davos oder wie vor Ort die Rotarier und natürlich ist die Organisation von westlichen Werten und dem westlichen politisch und ökonomischen Modell geprägt und somit auch antikommunistisch. Natürlich verfolgen mächtige Personen und Gruppen wie alle Interessen – das immer und überall so. Ebenso versteht sich von selbst, dass die Bilderberger die Marktwirtschaft pushen, no na – das mit dem secret world government ist ein Unfug, daher wird dies auch in der Polwiss nicht besonders ernst genommen. Wir wissen, wie kompliziert die Welt ist und wie wenig selbst mächtige Politiker wie Obama Herr der eigenen Geschicke sind. Dass sich in den Niederlanden die Bilderberg Group in der Frühphase des Kalten Krieges entwickelte, als Stalin ganz Osteuropa einsaugte und 30,000 sowjetische Panzer einer noch sehr unterentwickelten NATO gegenüberstanden, hat eben mit der damaligen Bedrohung des Westens zu tun – immerhin standen in zwei westlichen Staaten, Italien und Frankreich, die KP knapp davor die Macht zu übernehmen.

 

Die Entwicklung der Welt mit ihren problematischen Tendenzen lassen sich viel eher mit den Präferenzen von Durchschnittswählern und deren Konsumverhalten erklären, als mit Verschwörungen – zwar neigen Mensch immer dazu, sich selbst nur noble Motive zuzuschreiben und beim jeweils anderen schlimmes zu vermuten, aber von der Griechenlandmisere u Bankenrettung bis hin zur Hypo oder Asylkrise lässt sich das alles recht gut mit dem Verhalten von Durchschnittsbürgern erklären, auf das Politiker reagieren, die bei der nächsten Wahl wiedergewählt werden wollen , da brauche ich keine Lobbys, Konzerne oder Bilderberger. Dass deutsche Soziologen mit Vorliebe auch zu Verschwörungstheorien neigen oder Leuten etwas verbieten wollen, bestätigt nur eine weitverbreitete Meinung unter int. Politologen gegenüber der deutsche Soziologie als mehr ideologische als empirische Wissenschaft. [sic!!!]

Liebe Grüße

XXX

http://en.wikipedia.org/wiki/Bilderberg_Group

http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Bilderberg_participants

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Antwort-Datum 7.6.2015:

 

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#004

 

sg herr XXX, melden sich sich bitte nach der vorlesung bei mir,

schönen sonntag XXX

 

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#005

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

die Bilderberg-Treffen sind mir bekannt. Es handelt sich tatsächlich

um ein untererforschtes Gebiet – der Grund dafür leuchtet unmittelbar

ein: Der Zugang zu Daten ist nicht gegeben. Deswegen blühen in disesem

Bereich die Verschwörungstheorien und ist es reine Spekulation, wenn

behauptet wird, das seien die politisch zentralen

„Hinterzimmerrunden“, in denen „richtige“ Politik gemacht würde. Es

könnte sich genauso gut um rein private Treffen handeln. Ob die

Konferenzen demokratischen Werten zuwiderlaufen, hängt maßgeblich

davon ob, ob 1. dort tatsächlich Entscheidungen getroffen werden, die

allgemein verbindlich sind, und, 2., davon, ob demokratische Werte

angemessene Maßstäbe in der internationalen Politik sind. Dass nicht

darüber berichtet wird, mag daran liegen, dass Journalisten ebenfalls

an den Treffen teilnehmen und zwischen Journalisten und Politik ein

„Geben-und-Nehmen“ herrscht. Das ist aber keineswegs unüblich und hat

nichts mit „Kungelei“ und dergleichen zu tun.

 

Doch ich sehe nicht ganz, was das mit einer Einführung in die

politikwissenschaftlichen Forschungsmethoden zu tun hat. Vermutlich

sind Ihre Fragen in einem substantiellen Forschungsbereich besser

aufgehoben – etwa der Kommunikationswissenschaft und der

Demokratietheorie.

 

Mit der Bitte um Ihr Verständnis grüßt Sie

 

XXX

 

 

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#006

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

vielen Dank für Ihre freundlichen Zeilen, aber ich fürchte ich bin nicht der Richtige, um sich dazu zu äußern, insbesondere nicht im Rahmen der Vorlesung Einführung in den Vergleich politischer Systeme.

Möglicherweise finden Sie andere Ansprechpartner an unserem Institut, die Ihnen weiterhelfen können. Spontan fiele mir Kollege XXX ein.

 

Mit den besten Grüßen,

XXX

 

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#007

 

Lieber Herr XXX,

 

die Bilderberg Konferenzen erhalten schon mehr Aufmerksamkeit, als ihnen gebührt – wer diesen Treffen einen tatsächlichen Einfluss auf die Weltpolitik zuschreibt, begibt sich in die Welt der Verschwörungstheorien. Leider ist die Welt oft ein chaotischer und für viele Menschen sehr ungemütlicher Ort; die Ursachen dafür in einer kleinen Gruppe an Leuten zu suchen mag zwar attraktiv sein, da dann auch eine Lösung für die Probleme leicht gefunden werden könnte. Die reale Welt ist aber viel komplexer und vielschichtiger. Da ich den Verschwörungstheorien zu diesem Thema nicht größeren Wert zugestehen möchte, als sie haben, möchte ich das Thema auch in der VO nicht aufgreifen.

 

Beste Grüße,

XXX

Professor XXX

XXX

 

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#008

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

von den ‚Bilderbergern‘ habe ich noch nie gehört.

Wenn Sie wollen, trete ich Ihnen am kommenden Montag gerne 10 Min. zur Diskussion dieses Themas zu Beginn der VL. ab. Studentische Initiativen zur Tagespolitik begrüße ich ausdrücklich! Vorbereitung und Diskussion müssten allerdings Sie übernehmen…

 

Mit freundlichen Grüßen

XXX

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#009

 

Lieber Herr XXX,

 

ganz unbekannt sind mir die Bilderberger Konferenzen nicht, aber ich habe mich nicht näher damit befasst. Sie sprechen damit natürlich eine grundsätzliche Frage von Demokratie, Öffentlichkeit und Elite an, die man vor allem politologisch und in diesem Fall mit Blick auf die Geschichte der Ost-West-Beziehungen bzw. die europäische Einigung ausführlicher betrachten müsste. Deswegen passt es – Europa – zur nächsten Sitzung, vielen Dank, andererseits aber nicht so ganz. Ich mache ja durchaus Bezüge zur Gegenwart, aber die müssen sich aus dem Vorlesungsgegenstand ergeben. Der liegt hier nicht so nahe; anders bei einer Vorlesung zu „XXX“ oder ähnlich. Zumal sich dann auch auf andere Foren informeller bzw. „privat“ organisierter Art eingehen ließe wie das Weltwirtschaftsforum oder die Münchner Sicherheitskonferenzen. Aber es ist – wie auch die Bilderberg-Konferenzen selbst – ein interessantes Abschlussthema für BA oder MA, falls Sie auf der Suche sind. Hier ein Link, den Sie wahrscheinlich auch gefunden haben, allerdings Stand 2009: http://bilderberger-konferenzen.de.tl/Home.htm

 

Beste Grüße

XXX

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#010

 

Guten Tag, Herr XXX,

 

zu Ihren Fragen: Die Bilderberg-Konferenz war mir schon vor Gründung von Wikipedia ein Begriff – nur dass man dank diesem und dank Medien (auch im Archiv der „Zeit“ finden sich Berichte) heute wesentlich mehr darüber weiß als früher. Allerdings, wo politische Exklusivität gegeben ist und gleichzeitig Transparenz fehlt (und das ist nicht nur bei diesem Club der Fall), ist kritische Hinterfragung angebracht. Unvermeidlich aber treten dann auch Verschwörungstheoretiker auf den Plan, die neben Bilderberg meist auch die Protokolle der Weisen von Zion in der Schublade haben. Mit dieser Art des Zugangs gehe ich nicht konform.

 

Wenn Sie wollen, können Sie das Thema in der VO morgen ansprechen.

 

Freundliche Grüße,

XXX

 

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#011

 

Guten Morgen,

Danke für die Anfrage:

Ad 1) Ja.

Ad 2) Infos sind da in der Zeitung schon vorhanden. Ist halt ne kleine Konferenz – wie viele andere auch. Nur wohl höherrangig besetzt.

Ad 3) Sehe ich nicht. Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit gilt.

Ad 4) Ist eher ein IB-Thema. Bin da aber nicht im Bild.

 

Mit freundlichen Grüßen

XXX

 

Universität XXX

Seminar für XXX

Professur für XXX

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#012

 

Lieber Herr XXX,

 

nur ganz kurz:

zu 1) Ja.

zu 2) Im Unterschied zur medial inszenierten Gipfeldiplomatie fallen

die Bilderberg-Treffen eher in den Bereich der Geheimdiplomatie.

zu 3) Apolitisch ist der Charakter der Treffen sicherlich nicht; wie

relevant und mit Blick auf demokratische Verfahren problematisch die

Bilderberg-Konferenzen sind, ist angesichts der fehlenden empirischen

Forschung schwer einzuschätzen.

zu 4) Substanzielle wissenschaftliche Forschung gibt es kaum (am

ehesten noch in den Texten von Kees van der Pijl); schauen Sie mal in

den ausführlichen Seminarplan „XXX“; viele Äußerungen sind recht spekulativ und

manchmal auch etwas verschwörungstheoretisch.

 

Ich kann das Thema am Dienstag gerne ansprechen. Sollte ich dies

vergessen, erinnern Sie mich bitte.

 

viele Grüße

XXX

 

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#013

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

nein, ich habe von diesen Konferenzen noch nichts gehört. Ich vermute, das liegt eher darin, dass sie nicht sehr relevant sind. Ich sehe in ihnen jedenfalls keine Gefahr für unsere demokratischen Grundwerte. Aber ich kann dazu aus dem Stand nichts Fundiertes sagen, auch nicht in der Vorlesung.

 

Mit besten Grüßen

XXX

 

———–

#014

 

Lieber XXX,

 

vielen Dank für Ihre Email.

 

Bilderberg kannte ich nicht.

 

Was meinen Sie denn, welcher Aspekt sich für unsere VL eignet?

 

Viele Grüsse,

 

XXX

 

———–

#015

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

dieses Netzwerk ist in der Tat sozialwissenschaftlich nur

sehr schwach erforscht. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Einer ist, dass derartige Netzwerke neben

sozialwissenschaftlichem auch das Interesse diverser

Verschwörungstheoretiker anregt, was auf seriöse Forscher

abschreckend wirkt. Ein weiterer Grund besteht darin, dass

der Zusammenhang von wirtschaftlichen und politischen

Eliten in den Sozialwissenschaften allgemein, und in der

Politikwissenschaft im Besonderen, eine Randexistenz

führt. Auch im Rahmen der XXX-Vorlesung, die einen

grundlegenden thematischen Kanon vermitteln muss, ist

dafür leider kein Platz.

 

Im kommenden Wintersemester werde ich jedoch eine

entsprechende Veranstaltung („XXX“) als

Vertiefung anbieten, in der auch Eliten-Netzwerke wie die

Bilderberggruppe auf dem Programm stehen werden. Falls Sie

sich in der Zwischenzeit mit dem Hintergrund dieser Gruppe

auseinandersetzen möchten, wäre der folgende historische

Artikel ein guter Ausgangspunkt:

 

http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/09592290312331295576

 

Viele Grüße

 

XXX

 

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#016

 

Lieber Herr XXX,

 

ehrlich gesagt habe ich bisher auch noch nicht von dieser

Bilderberg-Gruppe gesprochen. Bestimmt interessant, sich damit zu

beschäftigen, aber nehmen Sie es mir nicht übel: ich glaube es liegt ein

wenig außerhalb unseres Vorlesungsstoffs.

 

Beste Grüße,

XXX

 

 

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#017

 

Lieber XXX,

 

Sie sollten dieses Anliegen in der Lehrveranstaltung ansprechen.

 

Mit freundlichen Grüßen, XXX

 

Prof. Dr. XXX

XXX

 

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#018

 

Lieber Herr XXX,

 

nicht wundern: Ich fahre morgen auf ein Blockseminar und habe gerade keine Zeit zu antworten.

Das mache ich gegen Ende der Woche, wenn ich zurück komme.

 

Herzliche Grüße

XXX

 

[sie schickte wie versprochen noch folg. Email am 14.6. nach:]

 

Lieber Herr XXX,

 

ich werde in der Foucault-Vorlesung drauf eingehen, das passt ganz gut.

Klar arbeiten dazu auch Wissenschaftler*innen, da müssten Sie mal eine kleine Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken machen. Da werden Sie sicher fündig. Im Deutschlandfunk habe ich neulich ein Interview mit einem Historiker gehört.

Dieses Mal wurde ja auch in den Medien relativ viel berichtet, wahrscheinlich wegen der Proteste. Und gucken Sie mal auf twitter, es gibt einen eigenen hashtag dazu, mit vielen Infos.

 

Herzliche Grüße

XXX

 

———–

#019

 

Hallo Herr XXX,

 

vielen Dank für Ihre email. Ich bin zugegeben auch nicht mit der Bilderberg-Gruppe vertraut. Wir können das gerne im Rahmen unseres nächsten Treffens diskutieren. Vielleicht wollen Sie einführend ein paar Worte dazu sagen, damit alle Anwesenden grob wissen, worum es geht.

 

Mit besten Grüssen,

XXX

 

[Anmerkung: Aussage wird unter „Nein“ über die Kenntnis dieser Konferenz gelistet]

 

[er schickte noch folg. Email am 9.6. nach:]

 

Das haben Sie sicher auch schon entdeckt:

 

http://www.spiegel.de/wirtschaft/bilderberg-konferenz-veroeffentlicht-teilnehmerliste-a-1037919.html

 

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#020

 

Sehr geehrter Herr XXX,von dieser Bilderberger-Gruppe habe ich nie gehört. Wenn Ihnen dies ein Anliegen ist, können Sie morgen gerne Ihre Mitstudierende hierüber informieren. Demokratische Grundwerte sehe ich durch solche private Treffen nicht unterlaufen. Wissenschaftsliteratur ist mir hierzu nicht bekannt. Das wäre auch nur relevant, wenn durch solche Gruppen irgendwie „Macht“ ausgeübt wird, was ich eher nicht glaube. Das sind Meinungsbildungsforen, die mir legitim erscheinen. Beste Grüße XXX

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#021

 

Hallo Herr XXX,

 

danke für Ihre Email. Liest man regelmäßig und gründlich Zeitung, hat man von der Konferenz sicher schon einmal gelesen. Ich beantworte in Emails gern Fragen zu meinem Lehrinhalten und gehe in der Vorlesung auch gern gelegentlich auf tagesaktuelle Themen ein, die systematisch mit diesen Inhalten zu tun haben. Beides ist hier nicht der Fall. Ich hoffe auf Ihr Verständnis.

 

Beste Grüße

XXX

 

[Anmerkung: Aussage wird unter „Ja“ über die Kenntnis dieser Konferenz gelistet, obwohl recht unkonkret („man“ statt „ich“)]

 

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#022

 

Lieber Herr XXX,

daß die Bilderberg-Treffen ein wichtiger Ursprungsstrang der G7-Gipfel sind, ist in der Forschung bekannt. Ich glaube allerdings nicht, daß sie aus historischer Sicht schon eingehend untersucht worden sind. Das könnten Sie natürlich selbst mal nachprüfen. Als Einstieg empfehle ich das Buch von Enrico Böhm, das ich genannt hatte, und den Band von Mourlon-Droul/Romero (Hg.): International Summitry. Wie die Berichterstattung über die Treffen war oder ist, weiß ich nicht, auch das müßte man mal nachprüfen.

Schönen Gruß,

XXX

 

[Anmerkung: Aussage wird unter „Ja“ über die Kenntnis dieser Konferenz gelistet]

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Antwort-Datum 8.6.2015:

 

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#023

Lieber Herr XXX,

 

danke für Ihre Mail! Ich habe aber, ehrlich gesagt, nicht verstanden, was die Bilderberg-Konferenzen mit der Spieltheorie-Vorlesung zu tun haben könnten.

 

Für viele Informationen über die Bilderberg-Jahrestreffen müssen Sie gar nicht bei Wikipedia nachlesen, sondern können die Webseite der Bilderberg-Organisation selbst nutzen. Ob es neben den pamphletarischen Publikationen, die bei Wikipedia gelistet sind, auch ernsthafte Literatur zu diesen Treffen gibt, die seit ca. 60 Jahren alljährlich stattfinden, weiß ich nicht — aber ich bezweifle es, da es, wie Sie ja auch gelesen haben, um eine nicht-öffentliche private Diskussionsveranstaltung geht, aus der keine Statements oder Publikationen hervorgehen.

 

Die Versammlungsfreiheit wird u. a. in Art. 8 GG gewährleistet, und es gibt auch kein Verbot für Politiker, sich mit anderen Menschen zu treffen.

Die Bilderberg-Konferenzen sind auch keineswegs geheim, denn die Organisatoren geben Informationen via Webseite, darunter auch die Mitgliederliste des Organisationskomitees sowie die Orte, Daten, Themen und Teilnehmer der Treffen: Geheimhaltung sähe anders aus. Auch über die Inhalte ist kein Stillschweigen vereinbart, sondern lediglich darüber, wer was gesagt hat — das ist ein ganz übliches Format, um offenes Reden zu ermöglichen.

Und wie viel oder wenig dort politisch „gedealt“ werden kann, können Sie schon daran sehen, dass z. B. 2014 aus D gerade mal 2 politisch tätige Personen teilgenommen haben: ein SPD-Staatssekretär aus dem Finanzbereich (Asmussen) und ein CDU-Mann (Röttgen).

Das sieht alles nicht so aus, als wäre es angebracht, dazu irgendeine Verschwörungstheorie zu bemühen.

Und: Who’s Stumberger? Der von Ihnen zitierte Satz von ihm ist jedenfalls ziemlich unsinnig: Wenn Herr Sommer oder andere ZEIT-Redakteure an der Konferenz teilnehmen, dann NICHT in journalistischer Funktion, sondern als Privatleute (obwohl sie natürlich nur deswegen eingeladen werden, weil sie die journalistische Funktion haben — aber das ist etwas anderes). Die Konferenzen sind nicht-öffentlich, also kann auch kein Journalist davon berichten. Das sollte ein „Mediensoziologe“ doch verstehen können, oder?

 

Trotzdem ist es natürlich nicht angebracht, naiv zu sein: Demokratietheoretisch ist die Verbindung von „Politik“ und „Wirtschaft“ (und „Medien“) in Netzwerken grundsätzlich ein Problem — schon deswegen, weil es so aussehen könnte, als gäbe es Mauscheleien, selbst wenn das gar nicht der Fall ist. Es gibt gute Argumente dafür, dass in demokratischen Systemen für politisches Personal ein „appearance standard“ gelten sollte. (Im Zusammenhang mit Korruption wird darüber viel geschrieben.) Wirtschaftliche Macht sollte ebenso wenig in politische „umgemünzt“ werden können (s. dazu klassisch M. Walzer, „Spheres of Justice“) wie Einfluss — z. B. durch persönlichen Zugang über Netzwerke — in politische Macht (s. Zimmerling 2005).

Andererseits brauchen Politiker Informationen, und zwar am besten „aus erster Hand“.

Diesbzgl. gibt es also immer ein Spannungsverhältnis — und viel Diskussion darüber, ob und wie man es auflösen könnte.

 

Aber irgendein spezielles Problem scheint es bzgl. der Bilderberg-Konferenzen in dieser Hinsicht nicht zu geben: Beschlossen werden kann dort eh nichts; es findet nur Meinungsaustausch statt — den kann man in einem freien Land schwerlich irgendwem verbieten (außer diversen Beteiligten an Gerichtsverfahren, durch Gesetz). Also kann man schwerlich behaupten, sie seien „undemokratisch“: Politische Entscheidungen werden in den verfassungsmäßig kompetenten Gremien getroffen, und ob Herr Asmussen oder Herr Röttgen an einer Bilderberg-Konferenz teilgenommen haben, wird dabei keine wesentliche Rolle spielen können.

 

Viele Grüße und vermutlich bis morgen zur Vorlesung,

XXX

 

Prof. Dr. XXX

XXX

 

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#024

 

Hallo Herr XXX,

 

haben Sie vielen Dank für die Anregung! Gerne können wir das Thema aus aktuellem Anlass andiskutieren, wenngleich das nicht unmittelbare regionalpolitische Bedeutung, so doch zumindest die Weltpolitik unmittelbar berührt.

Darf ich Sie bitten (ohne Folien/Powerpoint) einen kurzen Input zum Thema zu liefern? Dann würde ich darauf aufbauend den Schlenker zu unserem Hauptthema bringen.

 

Viele Grüße

XXX

 

———–

#025

 

Hallo Herr XXX,

 

da ich schon die erste Frage mit einem halben „Nein“ beantworten muss, kann ich auch die weiteren Fragen nicht aus dem Stehgreif beantworten und muss mich dazu erst einmal (wieder) belesen. Ich meine, vor einiger Zeit (2 Jahre?) was dazu beim Spiegel gelesen zu haben, aber dazu muss ich erst einmal recherchieren. Insofern bin ich nicht sicher, ob ich am Mittwoch schon Antworten präsentieren kann. Im Kontext des grundsätzlich chronologischen Fortgangs der Vorlesung würde ich daher das Thema gern etwas später aufgreifen wollen – wenn wir bei aktuellen Verfassungsfragen und Demokratie angekommen sind, einem System, dass die „Bilderberger“ möglicherweise in Teilen aushebeln.

 

Bis MIttwoch

XXX

 

[Anmerkung: Aussage wird unter „Ja“ über die Kenntnis dieser Konferenz gelistet]

 

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#026

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

danke für Ihre informelle Anfrage bezüglich der

„Bildenberger Konferenz“. Leider kann ich Ihre Fragen nicht

beantworten, da diese nicht den Fachbereich der

XXX betreffen. Ich weiß nur, dass sich um die

„Bildenberger Konferenz“ auch viele „Verschwörungstheorien“

ranken, welchen nur mit klarer wissenschaftlicher

Untersuchungs- und Analyseneutralität begenet werden

sollte.

Ich leite Ihre Anfrage noch über Frau XXX (Sekretariat

XXX) an Frau Prof. XXX weiter, da Ihre

Fragestellung eher im wirtschaftspolitischen Bereich

einzuordnen ist.

 

Gruß

XXX

 

[Anmerkung: Aussage wird unter „Ja“ über die Kenntnis dieser Konferenz gelistet]

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#027

 

Lieber Herr XXX,

 

das ist ein interessantes Thema. Ich habe keine Zeit, Ihre Fragen schriftlich zu beantworten, aber wir können uns gerne einmal in meiner Sprechstunde oder im Anschluss an die Vorlesung darüber unterhalten. Mein eigener und der allgemeine wissenschaftliche Kenntnisstand hierzu sind mir aber zu gering, um in der Vorlesung selbst darauf einzugehen. Derart unzugängliche Treffen sind ja auch kaum wissenschaftlich zu erforschen, wenn es dazu Literatur gibt, wird sie vermutlich eher journalistisch sein. Vielleicht kennen sich die Kollegen aus der XXX da besser aus, die Konferenzen sollen ja auch bei der Entwicklung der EU eine Rolle gespielt haben.

 

Viele Grüße,

 

XXX

 

———–

#028

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht. ich werde mir überlegen, das

Thema in der nächsten Vorlesung aufzugreifen. Mir war das Thema

„Bilderberg“ schon bekannt, in zweierlei Hinsicht: als Gegenstand von

Verschwörungstheorien wie auch als Gegenstand wissenschaftlicher

Beschäftigung. Sie können gern selbst einmal im XXX unter dem

Stichwort „Bilderberg“ recherchieren.

In welchem Studiengang studieren Sie denn eigentlich? Ich habe Sie in

der Teilnehmerliste der VL nicht finden können.

 

Mit freundlichen Grüßen

XXX

 

———–

#029

 

Sehr geehrter Herr XXX,

es gibt eine Reihe solcher informeller Treffen von hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Politik; die Bilderberg-Konferenz ist nur eine davon. Sie ist nur deshalb möglicherweise „prominenter“, weil sich diverse Verschwörungstheorien um sie ranken. Sehr viel einflussreicher dürften Think Tanks sein, da sie explizit beratende Funktion übernehmen.

Sie können gerne in einem Seminar über politische Eliten und Netzwerke oder auch über die Bedeutung von Öffentlichkeit in einer Demokratie über die Themen, die Sie unten ansprechen, diskutieren; eine einführende Vorlesung ist dafür kein Forum.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. XXX

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#030

 

Lieber Herr XXX,

 

so kurzfristig kann ich leider nicht angemessen auf Ihr Anliegen reagieren.

 

Ich weiß von diesem Konferenzformat und habe auch selber schon an

ähnlichen Treffen – aber unterhalb der Minister-, auf

Staatssekretärebene – teilgenommen, die nach den Chatham House-Regeln

durchgeführt werden. Mir ist allerdings nicht klar, was dies mit dem

Inhalt des Kurses zu tun haben könnte.

 

Sprechen Sie mich an, am besten vor dem Kurs, dann schauen wir weiter.

 

Viele Grüße

XXX

 

———–

#031

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

da ich noch nie auf einer Bilderberg-Konferenz war und mich vor Verschwörungstheorien aller Art hüte, macht es nicht viel Sinn, wenn wir dazu korrespondieren. Ich kenne keine wissenschaftliche oder sonstwie seriöse Arbeit dazu und kann mir auch nicht vorstellen, wie diese aussehen sollte.

 

Beste Grüße

 

XXX

 

———–

#032

 

Lieber Herr XXX,

 

besten Dank für diese Fragen. Schlage vor, dass ich darauf am Mittwoch

zum Auftakt der Vorlesung eingehe. D`accord?

 

Viele Grüße

XXX

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#033

 

Lieber Herr XXX

 

Ich kann dazu am Mittwoch nicht Stellung beziehen, da wir ja einen

Gastredner haben. Lassen Sie mich also nächste Woche kurz etwas dazu

sagen, wobei das Thema eigentlich in die Vorlesung XXX zum Thema „Netzwerke“ und „Informalisierung“ gehört und

angemessenerweise nicht in zwei Minuten abgehandelt werden kann.

Wissenschafliche Artikel insbesondere zur Genese der

Bilderberg-Konferenzen gibt es reichlich, geben Sie doch einfach bei

Scholar Google „Bilderberg Conferences“ ein.

 

Herzliche Grüße

XXX

 

———–

#034

 

Lieber Herr XXX,

 

danke für Ihre Fragen. Da Sie kein Teilnehmer meiner Veranstaltung sind

und die Lehre in XXX für dieses Semester bereits abgeschlossen ist,

gehe ich davon aus, daß dies eine Massenmail ist. Daher werde ich nicht

auf die Fragen eingehen.

 

Freundliche Grüße,

XXX

 

[Anmerkung: Welch schlaues Kerlchen 😉 ]

 

———–

#035

 

Lieber Herr XXX,

 

falls es in den Veranstaltungsrahmen passt, werde ich gerne jedes

aktuelle Thema – mit der angemessenen Vorbereitung – diskutieren.

Leider habe ich Sie auf keiner Liste meiner Veranstaltungen in diesem

Semester gefunden. Könnten Sie mir bitte eine Rückmeldung geben, um

welche Veranstaltung es sich handelt?

 

Mit freundlichen Grüßen

XXX

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#036

 

Lieber Herr XXX,

 

vielen Dank für Ihre Mail. Wenn man bei Wikipedia alles über die

Bilderberg-Konferenzen nachlesen kann, ist das ja nicht klandestin. Ich

werde morgen nicht darauf eingehen, weil ich dann ausführlich über

poitische Treffen formeller und informeller Art sprechen müsste, was

viel Zeit kostet. Es geht aber um Tyrannis und Diktatur.

 

Die Relevanz von Konferenzen und Treffen für das Fach ist zentral, da

haben Sie recht, aber das gehört nicht in diese ideengeschichtliche

Einführung; vielleicht sollten Sie über die studentische Vertretung oder

direkt eine Lehrveranstaltung dazu anregen. Ggf. wäre es auch ein Thema

für ein Seminar „XXX“, die sich nicht immer zur

Deckung bringen lassen.

 

 

Herzliche Grüße

Ihr

 

XXX

 

———–

#037

 

Hallo Herr XXX,

 

danke für die Informationen – ich habe noch nichts davon gehört, werde

mich genauer informieren und mich dann noch einmal melden.

 

Viele Grüße,

XXX

 

[Anmerkung: Leider kam keine weitere E-Mail]

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#038

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

vielen Dank für Ihre Nachricht. Die Bilderberg-Gruppe ist sicher ein

sehr interessantes Thema. Ich sehe allerdings nicht den unmittelbaren

Zusammenhang mit China. In diesem Kontext wären die Shangrila Treffen

oder das Boao Forum näher an der Thematik. Diese beschäftigen sich mit

Sicherheitslage in Ostasien und weltweiten Entwicklungstrends, wobei das

Boao-Forum eher vergleichbar mit der Bilderberg-Gruppe ist.

 

Falls Sie sich für die Thematik interessieren, empfehle ich Ihnen die

Webseite der Bilderberg-Gruppe. Dort können Sie die Teilnehmerlisten der

letzten fünf Jahre einsehen. Politik-Wissenschaftlich befasst hat sich

mit der Thematik u.a. Stephen Gill oder Zbigniew Brzezinski. Ein

weiteres Literaturfeld ist die Forschung über Netzwerke von

multinationalen Unternehmen, die sich natürlich nicht auf die

Bilderberg-Gruppe beschränkt.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen vorerst weiterhelfen. Bitte haben Sie

Verständnis, dass wir dieses Thema nicht im Rahmen der Vorlesung

besprechen können.

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

XXX

 

———–

#039

 

Lieber Herr XXX,

 

danke für Ihre Nachricht.

 

Bitte wenden Sie sich mit diesem Thema an Prof. XXX. Ich bin sicher, dass

er als Experte für transatlantische Beziehungen Ihnen dazu weiterhelfen kann.

 

Leider hänge ich in der Vorlesung zur Zeit sehr mit dem Stoff hinterher, so

dass keine Zeit für Exkurse mehr bleibt (in 5 Wochen ist die

Methodenklausur!).

 

Ich bitte um Ihr Verständnis und verbleibe mit den besten Grüßen,

 

XXX

 

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#040

 

Lieber Herr XXX,

 

vielen Dank für Ihre Nachricht und die interessanten Fragen.

Ich antworte Ihnen an Stelle von Herrn Prof. XXX, da ich die angesprochene VL administrativ betreue.

Ihre Nachricht zeugt von großem Engagement, was sehr erfreulich ist. Allerdings sind Herr Prof. XXX und ich etwas verwundert, da Sie laut der Anwesenheits- und Anmeldelisten nicht an der VL „XXX“ teilnehmen. Sollten Sie dennoch an der Veranstaltung teilnehmen (und bspw. nur nicht in den Listen vermerkt sein), können Sie gerne nach der VL-Sitzung an Herrn Prof. XXX herantreten, und gestellte Fragen vor Ort mit ihm besprechen. Er wird die Fragen gerne beantworten.

 

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

XXX

Studentische wissenschaftliche Hilfskraft

 

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#041

 

Hallo Herr XXX,

vielen Dank für die Anregung. Obwohl das Thema sehr interessant und

von aktueller Relevanz ist, passt es leider nicht in den Rahmen

unserer Veranstaltung. Die Vorlesung soll in erster Linie die

wirtschaftspolitische Theorie behandeln und diese bei Bedarf mit

Beispielen oder empirischen Studien untermauern. Aktuelle Themen oder

Diskussionen passen, obwohl sie interessant sind, leider auch aufgrund

zeitlicher Restriktionen nicht in diesen Kurs. Da ich selber auch kein

Experte bin, was diese Gruppe angeht, wäre eine Beantwortung der

Fragen 2. und 3. reine Spekulation von meiner Seite. Gerade weil

solche informellen Gruppen (es gibt ja noch viel mehr ihrer Art)

höchst exklusiv sind, lässt es sich von Aussenstehenden schwer

einschätzen, was dort vorgeht bzw. inwiefern sie schädlich oder

vielleicht sogar (gesellschaftlich) förderlich sind. Eine

politökonomische Analyse informeller Gruppen ist mir nicht direkt

bekannt (was aber auch nicht viel heißt, da ich auf dem Gebiet kein

Experte bin). Im Bereich der Politikwissenschaft gibt es einige

Beiträge dazu (es lassen sich Aufsätze ab den 60er Jahren oder sogar

noch früher finden); diese sind jedoch eher Fallstudien oder

qualitativer Art.

 

Eine Sache, mit der sich die politökonomische Literatur sehr stark

beschäftigt, ist aber der Lobbyismus. Mit diesem Thema werden wir uns

auch im Rahmen dieser Veranstaltung (wenn auch nur kurz und leider

auch nur wenn es zeitlich noch reicht) befassen. Unter Umständen

lassen sich die Aktivitäten auf solchen Veranstaltungen als eine Art

Einflussnahme von Interessengruppen auf wirtschaftspolitische

Entscheidungen interpretieren. In diesem Fall hätten gäbe es eine

direkte Verbindung zum Lobbyismus und damit auch zu unserer

Veranstaltung. Wir werden dies jedoch allgemein abhandeln und nicht

auf eine bestimmte Gruppe bezogen (hier müsste man, wie bereits

angesprochen, zunächst spekulieren, ob solche Aktivitäten dort

überhaupt stattfinden). Ich hoffe, ich konnte Ihnen dennoch ein wenig

weiterhelfen. Wenn Sie weitere Fragen hierzu haben, können Sie nach

der Veranstaltung gerne auf mich zukommen.

 

Grüße

XXX

 

———–

#042

 

Lieber Herr XXX,

 

haben Sie vielen Dank für Ihre Mail und Ihren Hinweis. Nein, nach Lesen von

 

http://www.handelsblatt.com/politik/international/bilderberger-treffen-joschka-fischer-und-peter-loescher/11868954-3.html

 

… dieser Bund sagt mir nichts. Er hat auch nur – genausso wie das G7-Treffen sehr wenig mit dem Thema unserer Vorlesung „Geldpolitik“ zu tun. (Bedenken habe ich, wenn dies so wie dargestellt sein sollte, ebenso wie Sie.)

 

Aber eher dies, mit Kommentaren von mir: XXX [Link zum Online-Artikel einer großen deutschen Tageszeitung]

 

Viele Grüße, bis Mittwoch

XXX

 

 

Prof. Dr. XXX

 

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#043

 

Hallo,

vielen Dank für Ihren Hinweis.

Meine Vorlesung beschäftigt sich jedoch hauptsächlich mit Fragen zu sozialen Sicherungssystemen, so dass eine derartige Diskussion mich zu weit vom Thema der Vorlesung wegführen würde.

Viele Grüße

XXX

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#044

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

wenn Sie ein wenig recherchieren, dann finden Sie auch wissenschaftliche Literatur zur Bilderberg – Group / Gruppe / Konferenz. Beispielhaft ein Text im Anhang. Gerade in englischsprachigen Zeitungen finden sie auch in der Presse eine rege Berichterstattung. Es handelt sich dabei um eine von zahlreichen Interessen-/Lobby-Gruppen, die versuchen, Ihre Interessen auf nationale und globale politische Agenden zu setzen.

 

Mit freundlichen Grüßen

XXX

 

 

———–

#045

 

Lieber Herr XXX,

 

ich nehme mir einmal die Freiheit, Ihre Fragen „excessively short“ zu

beantworten.

1) Ja.

2) Keine Ahnung.

3) Plausibel / Nein.

4) In diesem Fall gilt dann doch einmal: „Google ist Ihr Freund“.

Und: Nein, ich werde in meiner Vorlesung nicht darauf zu sprechen

kommen – weder verfüge ich hierzu über Expertenwissen, noch haben die Bilderberg Konferenzen irgend etwas mit dem Vorlesungsthema zu tun. [Anmerkung GW: Vorlesungstitel lautet „Gewalt und Politik“…]

 

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

XXX

 

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#046

 

Hallo Herr XXX,

 

ich werde in der Vorlesung nicht auf die „Bilderberger“ eingehen, ich hoffe, Sie verstehen das. Ich weiß von dieser Gruppe auch nicht mehr, als dass es sie gibt. Und mit „Wirtschafts- und Finanzpolitik“ gibt es wenig Berührungspunkte – wir haben sehr kurz von verschiedenen Akteuren im politischen Raum gesprochen, zu denen auch alle möglichen Organisationen (Kirchen, NGOs etc.) gehören.

 

Ich habe nicht den Eindruck, dass in den Medien fast gar nicht berichtet wird. Wenn man in Wikipedia das Stichwort eingibt, kommt ziemlich viel, u.a. dieser Handelsblatt-Artikel:

http://www.handelsblatt.com/politik/international/bilderberger-treffen-geheimbund-der-macht/11868954.html

 

Wie soll man solche Vereine bewerten? Ist so etwas ein Problem für die Demokratie?

Grundsätzlich sind solche Vereinigungen in einer liberalen demokratischen Gesellschaft völlig normal. Es ist kein Zufall, dass totalitäre Staaten (z.B. der frühere Ostblock) alle zivilgesellschaftlichen Aktivitäten (selbst unabhängige Schachclubs) verboten haben, alles musste staatlich kontrolliert sein. Autoritäre Staaten (Russland, Ägypten etc.) entwickeln sich in diese Richtung. Haben Bürger Kontakt zu ausländischen NGOs, ist schnell von Vaterlandsverrat die Rede.

 

Sympathisch muss man solche Vereinigungen nicht finden, man denkt schnell an „Filz“ und dunkle Machenschaften. Vermutlich hat J.K. Galbraith aber Recht, der die Bilderberger für einflusslos hält und meint, dass hier nur eine selbsternannte Elite sich wichtig fühlen will.

Politisch viel einflussreicher ist wahrscheinlich die Mont Pelerin Society:

http://de.wikipedia.org/wiki/Mont_Pelerin_Society

Hier gibt es auch ein Buch eines sehr kritischen amerikanischen Ökonomen (Mirowski), das ich aber nicht gelesen habe:

0674033183/ref=la_B001IXO1OO_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1433767238&sr=1-2″>http://www.amazon.com/Road-Mont-Pelerin-Neoliberal-Collective/dp/0674033183/ref=la_B001IXO1OO_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1433767238&sr=1-2

 

Was Filz und Machenschaften angeht, das passiert doch sowieso immer und überall. Tennis- und Yacht-Clubs, Kirchengemeinde, Parteien, Rotarier, Burschenschaften, etc. etc. Hier geht es doch auch um Erlangung von Vorteilen, Anbahnung von Geschäftskontakten etc.

Sollte so etwas immer transparent ablaufen? Ich denke, man hat auch ein Recht darauf, dass nicht alles im Licht der Öffentlichkeit stattfindet. Wo extreme Transparenz hinführt, kann man plastisch im Roman von Dave Eggers nachlesen:

https://www.perlentaucher.de/buch/dave-eggers/der-circle.html

 

Viele Grüße

XXX

 

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#047

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

gerne gehe ich auf Anfragen meiner Studierenden soweit möglich im Rahmen meiner Vorlesung ein. Da Sie jedoch weder Studierender der XXX sind noch die Vorlesung auf die von Ihnen angesprochene Thematik ausgerichtet ist, empfehle ich Ihnen zur Beantwortung Ihrer Fragen die Recherche über online-Recherchetools bzw. Universitäts- und Stadtbibliotheken. Sie werden hier sicherlich fündig.

 

Mit freundlichen Grüßen,

XXX

 

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#048

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

über die Bilderberg-Konferenzen weiss ich noch weniger als Sie.

 

Mit freundlichen Grüßen

XXX

 

———–

#049

 

Guten Tag Herr XXX,

 

vielen Dank für Ihre Mail, wir werden uns in der Veranstaltung noch mit dem Einfluss von Lobbyisten auf den demokratischen Entscheidungsprozess beschäftigen und dabei auch Tendenzen einer postdemokratischen Gesellschaft diskutieren. Die „Bilderberger“ würde ich dabei aber, als ein Eliten-Zirkel unter vielen, nicht gesondert besprechen wollen, weil wir uns sonst aufgrund mangelnder Sachkenntnis und fehlender Fakten sehr schnell in Vermutungen und Gerüchten verlieren werden. Das ist einer sachlich-kritischen Diskussion m.E. nicht zuträglich.

 

Die Eliten-Soziologie, zu der ich die wissenschaftliche Beschäftigung mit den „Bilderbergern“ hinzuzählen würde, nimmt in der akademischen Soziologie in der Tat eher eine Randexistenz ein (der Elite-Soziologe Michael Hartmann ist hier als bedeutende Ausnahme zu nennen). Ich habe bei einer Recherche aber zumindest einen Aufsatz gefunden, der sich kritisch sowohl mit der Bilderberg-Konferenz als auch mit der verschwörungstheoretischen Gefahr einer auf Mutmaßungen beruhenden Diskussion dieser Konferenzen auseinandersetzt. Ich hänge Ihnen diesen Aufsatz an und hoffe, dass er weiterhilft.

 

Sie können mich gerne in der Pause der nächsten Veranstaltung darauf ansprechen.

 

Freundliche Grüße

 

XXX

 

———–

#050

 

Lieber Herr XXX,

 

 

vielen Dank für Ihre kundige Anfrage. Ich habe einen sehr interessanten

Beitrag gefunden, der alles Notwendige zu Ihrer Anfrage enthält. Hier

ist der Link, falls Sie Nachhilfe brauchen:

www.gidf.de/dozent+nimmt+stellung.

 

Freundliche Grüße

XXX

 

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#051

 

Lieber Herr XXX,

in meiner VO geht es um politikwissenschaftliches Arbeiten.

Sorry, aber ich kann und werde diese Themen schon allein aus Zeitgründen nicht diskutieren können.

Lg, XXX

 

———–

#052

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

 

Sie waren – jedenfalls in den vergangenen fünf Jahren – nie für meine Vorlesung angemeldet, Ihr Vermerk auf „im Rahmen unserer Vorlesung“ ist also etwas verwirrend.

 

Wenn Sie meine Meinung zur Bilderbergkonferenz wirklich interessieren würde, müssten Sie sich wohl nicht mit dieser unklaren Formulierung argumentieren.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

XXX

 

———–

#053

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

vielen Dank für Ihre E-Mail. Ich habe von diesem Format schon einmal gehört und weiß auch ein wenig um die

Diskussion dazu. Ein guter Test ist hierbei dann auch immer, ob sich das Deutschlandradio Kultur bzw. der Deutschlandfunk damit einmal

beschäftigt haben und ich habe dazu auch gleich etwas gefunden:

http://www.deutschlandfunk.de/bilderberg-konferenz-die-wirklichen-eliten-findet-man-da.694.de.html?dram:article_id=287971

http://www.deutschlandfunk.de/vor-60-jahren-geheimnisumwittertes-treffen-der-maechtigen.871.de.html?dram:article_id=287733

In der Zeit habe ich übrigens auch einige Erwähnungen gefunden, u.a. hier: http://www.zeit.de/karriere/beruf/2013-03/bilderberger-weltwirtschaftsforum-rotary-club-european-round-table-elitenetzwerke

Ich würde einmal vermuten, dass Sie bei der Suche nach sozialwissenschaftlicher Literatur auf diesem Gebiet eher unter den Begriffen „Eliten“ bzw.

„Elitenmacht“ weiterkommen. In diesen Bereichen hat es nicht wenige deutsche Buchveröffentlichungen in den letzten Jahren gegeben, die Sie wahrscheinlich

schnell recherchieren können. Die Bilderberg-Konferenz wird eventuell hier und da als ein Versatzstück für die Argumentation genutzt.

Leider sehe ich jedoch nicht sofort den Zusammenhang zu den umweltpolitischen Instrumenten, sondern eher die Diskussion zum Einfluss von Eliten – wie Sie richtigerweise schreiben, irgendwie „vorbei“ an demokratischen Entscheidungsprozessen.

Interessant ist es allemal. Was halten Sie davon, wenn Sie in der VL die Konferenz in einigen Minuten kurz vorstellen und den Zusammenhang aber auch klar herausarbeiten?

 

Mit den besten Grüßen

 

XXX

 

[schrieb am 12.6. noch folgende Mail an mich als Nachtrag:]

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

passend zum Thema – ein Interview heute im DLF mit einem Tübinger Professor: http://www.deutschlandfunk.de/bilderberg-konferenz-fuer-eine-geheime-weltregierung-reicht.694.de.html?dram:article_id=322416

 

Beste Grüße XXX

 

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#054

 

Hallo Herr XXX,

 

[zu 1., er zitiert meine Mail – Anmerkung GW]

Ja, ich habe davon schon gehört und es ist sicher nicht die einzige Veranstaltung dieser Art. Auch z.B. die Banken organisieren ähnliche Treffen.

 

[zu 2.]

Sehr einfach, die Teilnehmer wünschen keine Berichterstattung. Wer auf einer Berichterstattung besteht wird nicht eingeladen oder nimmt nicht teil. Vertrauliche Gespräche ohne Presse sind an sich nichts Verwerfliches. Ein Austausch von Informationen kann die Politik bereichern (ob es immer die richtigen Informationen sind, schauen wir uns mit einem Signalling-Model in Kapitel 5.2 an). Sollten die Gespräche zu einer Politikänderung führen, muss die Öffentlichkeit natürlich wieder hergestellt werden.

 

[zu 3.]

Wo sehen Sie die Gefahr? Der Souverän ist immer noch das Volk. Das eine immer größere Anzahl von Bürgern auf die Ausübung ihres Wahlrechts verzichtet, ist sicher nicht der Bilderberg-Gruppe anzulasten.

 

[zu 4.]

Mir ist zu Forschung auf diesem speziellen Gebiet nichts bekannt (das heißt nicht, das es diese nicht gibt). Es ist aufgrund mangelnder Informationen auch ein sehr schwieriges Feld für Forschung. Forschung zur Arbeitsweise und Wirkung von Lobbys und Interessengruppen gibt es natürlich reichlich.

 

Wir können gern in oder nach der Vorlesung über das Thema diskutieren.

 

Viele Grüße

 

XXX

 

[schrieb am 11.6. noch folgende Mail an mich als Nachtrag:]

 

Hallo Herr XXX,

 

heute Morgen bei der Zeitungsschau habe ich folgenden passenden Artikel gefunden.

 

Anbei…

 

http://www.spiegel.de/wirtschaft/bilderberg-konferenz-die-wahre-macht-sitzt-woanders-a-1038202.html#ref=meinunghp

 

Viele Grüße

XXX

 

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Antwort-Datum 9.6.2015:

[Anmerkung: Spiegel Online berichtete ab dem 9.6. als erstes großes Leitmedium über die kommende Bilderberg-Konferenz]

 

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#055

 

hallo herr XXX,

 

hm, grundsätzlich ein interessanter hinweis, allerdings werde ich auf

den gegenstand nicht in der vorlesung eingehen können – das thema liegt

etwas abseits von unserer veranstaltung mit einführendem charakter.

neben dem schon recht ausführlichen wikipedia-eintrag empfiehlt sich

aber eine weitergehende recherche – so ganz „unsichtbar“ ist der fall ja

nun auch nicht, immer wieder wird dabei auch die von ihnen genannte

„nicht-öffentlichkeit“ und „intransparenz“ der veranstaltung

thematisiert. vielleicht begeben sie sich selbst auf die weitere suche?

 

als rahmender literaturhinweis empfiehlt sich möglicherweise auch der im

sommer erscheinende band „verschwörungstheorien“ von karl hepfer

(http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3102-9/verschwoerungstheorien)

oder die talksendung „mythos verschwörung“ auf 3sat

(http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/163737/index.html).

 

aus einer rein politikwissenschaftlichen perspektive würde man die

bilderberg-treffen wohl in den bereich der „governance“ einsortieren,

also als teilelement in einer sich immer weiter ausdifferenzierenden

akteurslandschaft mit ganz unterschiedlichen handlungskonstellationen.

dabei sind sowohl formelle wie informelle netzwerke notwendige

voraussetzung für die diskussion und deliberation komplexer

zusammenhänge – die entscheidungsherstellung sollte jedoch demokratisch

legitimierten akteuren vorbehalten sein (und bleiben).

 

so viel für heute, schöne grüße,

XXX

 

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#056

 

Lieber Herr XXX,

die Bilderberg-Gruppe ist sicherlich ein aktuelles und interessantes

Thema. Ich selbst weiß darüber so gut wie gar nichts. Mein Vorschlag:

Sie halten kommende Woche einen ca. 10-minütigen Vortrag über diese

Gruppe, anschließend können wir gerne über die Thematik (inkl. Sinn von

G 7) diskutieren.

 

Beste Grüße

XXX

 

[Anmerkung: solche Antworten können imho weder als „ist mir bekannt“ noch als „ist mir nicht bekannt“ gewertet werden. Die Aussage „Ich selbst weiß darüber so gut wie gar nichts“ könnte bedeuten, dass die Person schon einmal von den Bilderbergern gehört hat, aber auch, dass sie zur Thematik der Elitenforschung „so gut wie gar nichts“ weiß. Der Transparenz wegen sei dies notiert.]

 

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#057

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

es ist schön, dass sie sich kritisch mit der aktuellen politischen Situation auseinandersetzen.

 

Die Teilnehmer dieser Konferenz sind weitestgehend ehemalige Politiker und wahrscheinlich spielt sie deshalb eine eher geringe Rolle in den Medien.

 

Die G-7 und auch die „Bilderberger“-Konferenz haben relativ wenig mit unseren Inhalten zu tun. Wir betrachten Europa aus ökonomischer Perspektive. Ihre Fragen sind eher politischer bzw. medienpolitischer Natur.

 

Gerne stehe ich Ihnen für Fragen zu unserem Modul „XXX“ zu Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

XXX

 

 

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#058

 

Lieber Herr XXX,

 

von der Bilderberg-Gruppe habe ich noch nichts gehört habe und kann

daher aus wissenschaftlicher Perspektive auch nichts dazu sagen. Dazu

müsste ich mich intensiver mit der Gruppe beschäftigen, wozu mir die

Zeit fehlt. Ich denke aber, dass Sie die Fakten, auch was die wiss.

Literatur angeht, selbst recherchieren können. Ich habe den Begriff

Bilderberg einmal in scholar.google.com eingegeben und gleich einige

Ergebnisse erzielt. Letztlich müssten Sie einschlägige

(politikwiss./juristische) Literaturdatenbanken befragen …

 

Auf jeden Fall danke ich Ihnen für den Hinweis !

 

Herzliche Grüße,

Ihr XXX

 

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#059

 

Lieber Herr XXX,

 

tut mir leid, aber Ihre Mail habe ich erst gerade gelesen (kam von einer Dienstreise zurück und musste mich erst mal durch die Flut von Emails arbeiten.

 

Ich habe von der Gruppe jedenfalls noch nichts gehört und kenne auch keine Literatur zu dem Thema. Aber ich finde es jetzt auch nicht problematisch, dass sich politische Akteure zu solchen Veranstaltungen treffen, solange dafür keine Steuergelder ausgegeben werden.

[Anmerkung GW: der Steuerzahler muss u.a. die Anfahrtskosten der Teilnehmer des Bundestages sowie (Teil-)kosten des Sicherheitspersonals bezahlen, siehe letzte Blogbeiträge zum Thema oder auch die Antworten 13 bis 15 der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linkspartei von 2016. So musste 2016 das Land Sachsen für die private Bilderbergkonferenz in Dresden 387.000 Euro an Sicherheitskosten bezahlen]

Das fällt unter die Versammlungsfreiheit, zumal wenn das Treffen privater Natur ist. Problematisch wird es, wenn ein Interessenskartell entstehen würde, aber um das zu verhindern, gibt es ja institutionelle Mechanismen.

 

Herzliche Grüße

 

XXX

 

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#060

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

diese Fragen gehören nicht zum Curriculum unserer Vorlesung und können daher leider nicht in der Vorlesung besprochen werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

XXX

 

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#061

 

Hallo Herr XXX,

 

mir sagte die Bilderberg-Gruppe bislang auch nichts. Berichten Sie doch morgen kurz darüber und erläutern Sie uns, warum Sie meinen, dieses Treffen ist für sozialpolitisch Interessierte von Bedeutung.

 

Danke für den Hinweis und freundliche Grüße

XXX

 

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#062

 

Lieber Herr XXX,

 

haben Sie vielen Dank für Ihre interessante Email. Wenn Sie an der Veranstaltung regelmäßig teilgenommen haben, wird Ihnen nicht entgangen sein, dass Ihre Fragen zu den bislang und aktuell behandelten Themen keinen unmittelbaren Bezug haben. Vielmehr fallen Ihre Fragen zu aller erst in den Bereich der Politikwissenschaft, haben aber durchaus Relevanz für das weite Feld der politischen Ökonomie. Dieses reiße ich im letzten Kapitel „Kollektive Entscheidungen“ meiner Veranstaltung kurz an. Ich bin gerne bereit dann ein paar Takte zur Rolle der Aggregation von Information im Rahmen kollektiver Entscheidungen zu sagen.

 

Die Bilderberg-Konferenz erlegt sich, wie bspw. diverse Logen auch, die Regel auf, die Inhalte der Gespräche nicht nach außen zu tragen. Dies hat den vorrangigen Sinn, dass so ein freierer und offenerer Meinungsaustausch ermöglicht wird, der keine Rücksicht auf Parteibücher, ausgeübte Ämter oder Ähnliches nehmen muss. Die von Ihnen angedeutete Gefahr sehe ich in keinster Weise.

 

Mit freundlichen Grüßen

XXX

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Antwort-Datum 10.6.2015:

[Anmerkung: ab dem 10.6. berichteten plötzlich alle Leitmedien über die kommende Bilderberg-Konferenz]

 

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#063

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

Vielen Dank für Ihren Beitrag.

 

Mit freundlichen Grüßen

XXX

 

[es folgte eine Weiterleitungsmail an mich, die einem Mitarbeiter geschickt wurde]

 

Ist Herr XXX bei mir Student, hat er eine Mid-Term Arbeit abgegeben?

 

[m]

 

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#064

 

Lieber Herr XXX,

 

der Kreis ist mir unbekannt (gewesen). Wir können uns gerne gelegentlich mal über solche Phänomene unterhalten.

 

Viele Grüße

 

XXX

 

Prof. Dr. XXX

 

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#065

 

Sehr geehrter Herr XXX,

 

nachdem Sie gestern nicht anwesend waren, habe ich das Thema auch nicht angesprochen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Prof. Dr. XXX

 

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#066

 

Lieber Herr XXX,

 

vielen Dank für Ihre Mail.

 

Von den Bilderberg-Konferenzen habe ich gehört, aber mehr weiß ich nicht

dazu. Leider ist mir auch nicht bekannt, ob es Literatur dazu gibt – das

könnten sie aber mit einer kleinen Recherche bei google scholar o.ä.

rasch rausfinden.

 

Da ich im Modul XXX nicht mehr lehren

werde und in absehbarer Zeit die Uni XXX verlassen werde, setze ich

einmal Frau XXX und Herrn XXX ins CC, die „XXX“ dieses Jahr leiten werden – vielleicht besteht ja

die Möglichkeit, dass das Thema im Kurs angesprochen wird oder dass Sie

das im Rahmen einer Hausarbeit o.ä. vertiefen?

 

Herzlicher Gruß

 

XXX

 

 

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Antwort-Datum 11.6.2015:

 

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#067

 

Sehr geehrter XXX,

 

 

Ja, ich habe von der Bilderberg-Konferenz gehört und Sie finden aktuell z. B. unter SPON zwei Artikel zu der Gruppe, von daher kann ich nicht von meiner Seite die Einschätzung der nicht vorhandenen Berichterstattung nicht ganz teilen.

Bzgl. der Fragen 3 und 4 wenden Sie sich bitte an die Kollegin aus der Politik und Politikdidaktik. Da es hier nicht um Fragen der XXX geht, gehört dieses Thema auch nicht in meine Vorlesung, sondern in eine Veranstaltung der Politik oder Politikdidaktik.

 

Beste Grüße

 

XXX

 

[Anmerkung GW: zum Zeitpunkt der Mail existierten besagte Artikel nicht, siehe auch oben die Datenangabe der medialen Veröffentlichungen dazu]

 

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Antwort-Datum 12.6.2015:

 

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#068

 

Sehr geehrter Herr XXX,

ich habe keine weiteren Informationen. Der Deutschlandfunk hat heute Morgen sehr ausführlich darüber berichtet. Es wurde ein Historiker der Universität Tübingen interviewt, der dazu forscht. Er hält es für unproblematisch und lehnt „Verschwörungstheorien“ ab. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Mit freundlichen Grüßen

XXX

 

Prof. Dr. XXX

 

[Anmerkung: Antwort lässt nicht erkennen, ob ihm die Bilderberger bekannt gewesen sind oder nicht]

 

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Antwort-Datum 14.6.2015:

 

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#069

 

Hallo Herr XXX,

haben sie vielen Dank für Ihre Mail, zu deren Beantwortung ich leider

erst jetzt komme.

Ja, die Bilderberg Konferenzen sind schon eigenwillig, 15 Themen in 3

Tagen, da bleibt nicht viel Zeit für eine ergiebige Diskussion.

Es gibt aktuell eine Masterarbeit aus 2015 (Björn Wendt: Die

Bilderberg-Gruppe) und einen Aufsatz, den ich anhänge (sowie einige

ältere Literatur).

Leider ist in der Vorlesung kein Raum für ein solches Thema aus der

Internationalen Politik, aber wir werden in die Planung für die

kommenden Semester ihre Anregung gerne aufnehmen.

Viele Grüße

XXX

 

 

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Antwort-Datum 17.6.2015:

 

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#070

 

Lieber Herr XXX,

 

Ich kenne den Prozess selbst nicht. Aber eine kurze Google Suche hat ergeben, dass die Medien darüber berichten, daher würde ich Sie bitten in der Medien-Berichterstattung nach weiteren Infos zu suchen.

 

Grüße

 

XXX

 

XXX, Ph.D.

Professor für Soziologie XXX

 

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Antwort-Datum 23.6.2015:

 

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#071

 

Lieber Herr XXX,

 

entweder Sie waren in meinen beiden letzten Vorlesungen nicht anwesend oder zogen es vor, anonym zu bleiben. Bedauerlich, denn ich habe Bilderberg, samt Ihren Fragen, beantwortet.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

XXX

 

Prof. Dr. XXX

 

Professur für Internationale Politik

 

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+ 1 Wertung bei „kennt die Bilderberger nicht“ anhand des ersten, diese Umfrage erst initiierenden Blogbeitrages zum Thema („Politik-Dozent nimmt Stellung..“)

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* Diese Summe scheint zwar wie Nichts im Vergleich zum G-20 Gipfel in Hamburg 2017. Denn die Gesamtkosten für den hamburger Gipfel der G-20 Staaten betrugen über 130 Millionen Euro!  50 Millionen entfallen davon auf die Sicherheitskosten inländischer Beamter. Wenn man bedenkt, dass dieses Treffen in der Hansestadt etwa 20000 Deligierte der eingeladenen Länder umfasste, welche alle versorgt werden müssen, ist die Summe zwar immer noch viel zu hoch. Allerdings zeigt es ebenso die Verschwendungssucht und die unnötige Dekadenz, hier auf Kosten der Bürger ineffizient zu hausieren. Ein Zehntel der Deligierten würde sicherlich locker ausreichen – man fühlt sich an die Hochzeiten neuzeitlicher Adelsbanketts erinnert. Doch stattdessen diese Steuergeldverbrennung anzuprangern, zeigen die Mainstreammedien nur die eskalierenden Fotos der Hamburger Fotografen rund um das hamburger Schanzenviertel. Einige der Hamburg-Randalierer konnten durch diese Fotografien zwar ausfindig gemacht und zur Verantwortung gebracht werden. Jedoch lenken solche „Skandal-Fotos“ nur von den wirklich wichtigen Dingen ab. Ganz so, wie royale Hochzeiten und ähnlich unnützes Gedöns…

Weitere interessante Artikel dieses Blogs:

5 Gedanken zu „Neue Bilderberg-Studie: 46% der deutschen Politikwissenschaftler haben noch nie von dieser Konferenz gehört (!)

  1. Hans Kolpak

    Jeder Mensch wirkt durch sein Leben in seinem Umfeld. Das macht Think-Tanks, Bilderberger und Illuminati, Führungskader und Lobby-Organisationen entbehrlich, wenn auch nicht überflüssig. Jeder soll so tun, wie er mag. Etliche lieben es, im Mittelpunkt einer Gruppe zu stehen und bewundert zu werden. Es gibt allein in Deutschland Hunderttausende Menschen, die ihr soziales Umfeld formen, ohne von einer großen Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden.

    Antworten
  2. Frank Müller

    Ja, diese Befragung sagt viel über die (teilweise angebliche) Sachkunde der Lehranstalten aus.
    Hochinteressant.
    Diese Webseite muss ich mir merken.

    Antworten
  3. Pingback: Zur Wissenschaftskritik – was früher Ketzerei war, ist heute die Verschwörungstheorie – Grenzwissenschaftler

  4. Pingback: Politik-Dozent nimmt Stellung zu Bilderberg-Konferenz: "kenne sie nicht" – Grenzwissenschaftler

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